Elektro-Lkw: Nikola-Chef tritt nach Börsenmanipulations-Vorwurf zurück

Trevor Milton lässt sich nach Börsenmanipulations-Vorwurf von Vorstandsmitglied Stephen Girsky ablösen. Dem Ex-Chef sei Nikola wichtiger als seine Position.

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Fahrgestell für einen elektrisch fahrenden Müllaster von Nikola

(Bild: Nikola Motors)

Von
  • Florian Pillau

Trevor Milton, Gründer des US-Elektrofahrzeugherstellers Nikola, ist am Sonntag nach Manipulationsvorwürfen eines Leerverkäufers als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten. An seine Stelle tritt mit sofortiger Wirkung das Nikola-Vorstandsmitglied Stephen Girsky, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender von General Motors (GM).

Milton sei Nikola wichtiger als sein Posten. "Der Fokus sollte auf dem Unternehmen und seiner umwälzenden Mission liegen, nicht auf mir", ließ er in einer Pressemitteilung seines Unternehmens ausrichten.

Anfang September hatte der Leerverkäufer Hindenburg Research den Vorwurf erhoben, Nikola habe Investoren über den Stand seiner Technik in die Irre geführt. So seien Nikolas elektrische Sattelschlepper mit Brennstoffzellenantrieb noch nicht in der Lage, mit eigener Kraft zu fahren. Die Vorwürfe haben den Aktienkurs des Unternehmens zeitweise um etwas über ein Viertel ihres Werts nach unten getrieben. Nikola hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen und drohte dem Leerverkäufer mit rechtlichen Schritten.

Zwei Tage vor Erscheinen des Hindenburg-Berichts hatte GM einen Anteil von 11 Prozent an Nikola für etwa 2 Milliarden US-Dollar übernommen, um in einer Technologiepartnerschaft batterieelektrisch angetriebene Pick-ups herzustellen. Der Großinvestor Blackrock hält neun Prozent der Nikola-Anteile.

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) prüft Nikola auf eigenen Wunsch aufgrund der Vorwürfe des Leerverkäufers Hindenburg. Dies geht aus einem Bericht von Bloomberg News in der vergangenen Woche hervor. Auch das US-Justizministerium hat sich eingeschaltet.

Die Nachrichten sind angetan, Investitionen zu verhindern, und davon benötigt das Startup eine Menge. Denn mit der Brennstoffzellentechnologie für Eletro-Lkw soll auch eine entsprechende Wasserstoff-Infrastruktur aufgebaut werden.

Zudem erhofft sich GM einen Technologieschub durch Nikola, auch die europäischen Größen wie der Lkw-Hersteller Iveco und Bosch sind Entwicklungspartner von Nikola. Mit Iveco will Nikola in Ulm ab Ende 2021 jährlich gut 3000 batterieelektrische Sattelschlepper Trucks (Nikola Tre) mit einer Reichweite von 400 Kilometern fertigen. Bosch arbeitet mit Nikola bei der Entwicklung der Brennstoffzellen zusammen.

(fpi)