Elektroauto-Neuvorstellung Cadillac Lyriq: E-SUV-Konkurrenz für Audi und Tesla

Mit einem batterieelektrischen Sechssitzer von rund 480 km Reichweite steigt die GM-Marke Cadillac ins E-Auto-Geschäft ein. Keine Überraschung: Es ist ein SUV.

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(Bild: GM)

Von
  • Wolfgang Gomoll

Mit dem Lyric greift GMs Luxus Tochter Cadillac bei den Elektro-SUVs an: Mit einer Reichweite von 480 Kilometern und autonomen Fahrfunktionen hat der Sechssitzer Elektroautos wie Teslas Model X (Test) oder den Audi e-tron (Test) im Visier.

Bei der Ankündigung seines neuen Elektro-SUVs wird Cadillac lyrisch: "Angefangen mit den Lyriq wird Cadillac den amerikanischen Luxus in den nächsten zehn Jahren neu definieren", sagt GMs Nordamerika-Chef Steve Carlisle. Das Selbstbewusstsein geht so weit, dass von einem neuen Industriestandard gesprochen wird, auch wenn manche der Funktionen des "Super Cruise" Technikpaket schon in anderen Autos vorgestellt wurden. Einen "selbsttätigen Spurwechsel auf Kommando" beispielsweise bekommt man auch in der Mercedes E-Klasse (Test). Tesla hat mittlerweile eine Menge Ärger wegen vollmundiger Ankündigungen bezüglich der Fähigkeiten seines "Autopilot" genannten Assistenzpakets.

Neuvorstellung Cadillac Lyriq (13 Bilder)

Der Cadillac Lyriq ist das erste Auto, das auf GMs neuer Elektro-Plattform Ultium entsteht.

Was Cadillac auch verspricht, ist ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis für Kunden, die nicht bereit sind, einen hohen Aufpreis für ein Elektroauto zu akzeptieren. Tatsächlich sind hohe Kosten eines der Haupthindernisse für die Verbreitung der E-Mobilität. Daher lässt die Ankündigung zwar aufhorchen, doch ein Kaufpreis wird noch gar nicht genannt.

Darüber hinaus bietet der Lyriq auch automatisierte Fahrfunktionen, die auf rund 200.000 Meilen geeigneter Straßen funktionieren sollen. Also mit Einschränkungen. Das Head-Up-Display reichert Cadillac mit zusätzlichen Elementen der Augmented Reality an. Beim riesigen 33 Zoll Bildschirm, der sich vor dem Fahrer aufbaut, fühlt man sich an Bytons "Coast-to-Coast-Monitor" erinnert. Bei der Vorstellung schwärmten Cadillac Mitarbeiter von den „wunderschönen Farben“, die auf dem riesigen Monitor zu sehen sind. Im Inneren dominieren Chrom, Holz und Leder. 19 Lautsprecher sollen Wohlklang verbreiten, große Monitore an den Lehnen der Vordersitze dienen der Unterhaltung der Passagiere in der zweiten Reihe.

Grundsätzlich verlässt sich der Lyriq auf den Heckmotor, bei Bedarf springt eine zweite E-Maschine auf der Vorderachse ein. Zusammen sollen sie über 330 kW leisten. Dazwischen liegt die wohl 100 kWh fassende Batterie der im März vorgestellten Ultium-Plattform, auf deren Basis GM schon eine Reihe Kooperationen angestoßen hat. Die Zellen der Akkus kommen vom langjährigen Partner LG Chem, der beispielsweise die Batterien für das GM-Modell Chevrolet Bolt EV, der in Deutschland als Opel Ampera-e (Test) erhältlich ist, zuliefert. Zusammen mit den Koreanern will GM in Ohio eine Batteriefabrik bauen, um die Versorgung mit den wichtigen Bauteilen sicherzustellen.

Die Reichweite des Lyriq soll rund 480 Kilometer betragen. An einer Gleichstromladestation können die Akkus eine Leistung bis zu 150 kW aufnehmen, beim Level 2-Gleichstromladen sind es 19 kW. Beides sehr ordentliche Werte, die allerdings je nach Zustand und Konstruktion der Batterie stark variieren können.

In Nordamerika geht Cadillac eine Partnerschaft mit EVgo ein, um genügend Ladestationen gegen die Reichweitenangst bereitzustellen. Bis 2025 sollen so rund 2700 neue Stromtankstellen entstehen.

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(fpi)