Elektroauto: Probefahrt im Vorserienmodell des VW ID.5 GTX

Volkswagen bringt 2022 den VW ID.4 im Coupé-Stil und nennt das dann VW ID.5. Das Vorserienmodell fährt sich vertraut, trotz einiger technischer Fortschritte.

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VW ID.5 GTX
Von
  • Wolfgang Gomoll

Statt langer Ausstattungslisten und dazugehörigen Details, die beim VW-Konzern die Gleichteilestrategie möglichst gut verschleiern sollten, kommen bei den ID-Modellen die gleichen Bauteile deutlich erkennbar zum Einsatz. Beim VW ID.5, bedeutet das MEB und drei Antriebsalternativen: Heckantrieb mit 128 kW, 150 kW und den GTX mit 220 kW sowie den Dual-Motor Allradantrieb. Allerdings möchte Volkswagen mit dem Elektro-Coupé auch ein paar Geschäftskunden zum Stromern verleiten. Deswegen wird der ID.5 immer mit der großen 77-kWh-Batterie und vermutlich auch einer umfangreicheren Ausstattung, die dann ab dem ersten Halbjahr 2022 zu einem entsprechend höheren Preis zu haben sein.

Wir fahren ein Vorserienmodell als GTX und erkennen unter den obligatorischen Abdeckungen das typische VW ID-Interieur mit dem 5,3 Zoll virtuellem Cockpit, dem 12 Zoll großen zentralen Touchscreen und dem großen Head-up-Display, das auch Augmented Reality bietet. Letztendlich macht sich VW deutlich weniger Mühe, die Innenräume einzelnen Modelle unterschiedlich zu gestalten. Auch der Antriebsbaukasten hält, wie bereits erwähnt, wenig Überraschungen parat.

Die gibt es dafür bisweilen bei der Software, bei der sich der niedersächsische Autobauer vor allem beim VW ID.3 (Test) anfangs bisweilen schwer tat. Jetzt verkündet VW stolz, dass der ID.5 die aktuelle Software bekommt. Weitere Verbesserungen sollen im Laufe des Modellzyklus entweder durch die VW-Händler oder drahtlos beim Kunden folgen. Das Software-Paket wird dann im Hintergrund heruntergeladen und erst nach Zustimmung des Fahrers installiert. Schon im Dezember soll bei den ID-Modellen soll "nennenswert" schnelleres Laden möglich sein, wovon auch der ID.5 profitiert. Wird auch höchste Zeit, denn ein Stromtanken mit maximal 125 kW ist aktuell nicht mehr wettbewerbsfähig.

VW ID.5 GTX (7 Bilder)

Mit einer Länge von 4,61 Metern übertrifft der VW ID.5 den VW ID.4 um drei Zentimeter.

Fahrwerk und das Gewicht von gut 2,1 Tonnen werden mit der neuen Karosserieform nicht verändert. Immerhin versuchen die Designer beim elektrischen Crossover-Coupé mit 21 Zoll Rädern und kurzen Überhängen eine dynamischere Formensprache. Das Kofferraumvolumen bleibt mit 543 Litern auch mit der geschwungenen Dachlinie identisch.

Trotz der Tarn-Folie erkennt man beim VW ID.5 GTX eine Neuerung, die den Stromer zurück in die Zukunft bringt. Denn das SUV-Coupé ist der erste Volkswagen, das seit dem VW Scirocco mit einem integrierten Heckspoiler ausgestattet ist. Beim Schwestermodell Audi Q4 e-tron Sportback (Fahrbericht) hat findet dieses Bauteil nicht jedermanns Beifall. Allerdings erfüllt der Spoiler einen aerodynamischen Zweck und erhöht die aerodynamische Effizienz. Die schlägt sich beim VW ID.5 GTX auch in rund zehn Kilometer mehr Reichweite im Vergleich zum VW ID.4. GTX nieder. VW hat noch keine endgültigen Werte, geht aber aktuell von 497 km (im WLTP) aus.

Selbst im Eco-Programm ist man mit dem E-SUV-Coupé flott genug unterwegs. Allerdings setzt auch VW bei diesem Fahrprogramm auf Segeln anstelle des Rekuperierens in den anderen Modi, da das unbeschwerte Rollen meist effizienter ist. Wenn man in das Sport-Programm wechselt, kommt noch mehr Agilität auf und Traktion ist dank des Allradantriebs mit der Asynchron-Maschine vorne, die den Heckmotor bei Bedarf unterstützt, reichlich vorhanden.

Auch der Komfort ist gut und man ist mit dem ID.5 auch für längere Strecken gewappnet, um diese entspannt zu absolvieren. Auch beim VW ID.5 wird es bei einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und einem Standardsprint von null km/h auf 100 km/h in etwa 6,2 Sekunden bleiben. Was könnte nun noch überraschen? Eine Limousine nach dem Konzept des VW ID. Vizzion wäre auf Basis ID.5 durchaus denkbar, auch ein Kombi- oder Shooting Brake-Ableger.

(fpi)