Elektroauto Renault Megane E-Tech Electric: Vier Stufen des Ladens

Der Mégane E-Tech Electric kann konfiguriert werden. Dabei offenbart sich, dass Renault einen sehr eigenwilligen Weg bei den Ladeoptionen einschlägt.

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Renault Megane E-Tech Electric

Renault stattet den Mégane E-Tech Electric mit höchst unterschiedlichen Ladeoptionen aus. Die kleine Batterie kann mit maximal 22 kW geladen werden, die große mit bis zu 130.

(Bild: Renault)

Von
  • Christoph M. Schwarzer

Renault hat den Konfigurator des Megane E-Tech Electric geöffnet. Neugierige können sich das Auto nun schon mal zusammenstellen. Preise erfahren die Interessenten allerdings noch nicht. Gegen Zahlung von 100 Euro ist trotzdem eine Vorbestellung möglich; der eigentliche Verkaufsstart beginnt im März 2022.

Der Renault Megane E-Tech Electric ist ein direkter Konkurrent des VW ID.3. Er hat Frontantrieb, anders als die Fahrzeuge auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) des Volkswagen-Konzerns. Das Batteriesystem des Renault baut besonders flach. Damit ist der Megane E-Tech Electric mit 1,50 m knapp 7 Zentimeter niedriger als der ID.3. Das könnte auf der Autobahn zu einer besseren Aerodynamik und mehr Reichweite führen. Die Kunden können zwischen zwei Energiegehalten der Batterien wählen: Entweder 40 kWh (Motorleistung: 96 kW) oder 60 kWh (Motorleistung: 160 kW).

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Irritierend ist, wie Renault die Ladeoptionen gestaltet: Es gibt vier Linien namens Standard, Boost, Super und Optimum Charge. Die Einstiegsversion mit 40 kWh kann nicht mit Gleichstrom, sondern ausschließlich mit Wechselstrom (AC) laden. Mit Standard Charge sind höchstens 7 kW Ladeleistung möglich. Hinzu kommt: Sollte das Basismodell tatsächlich nur einphasig laden können, würde das auf dem deutschen Markt bedeuten, dass sich die volle Ladeleistung in der Regel nur an öffentlicher Ladeinfrastruktur nutzen ließe. Im privaten Bereich ist durch die Schieflastverordnung meistens bei 20 Ampere pro Phase Schluss. Bei 230 Volt bedeutet das 4,6 kW. Mit einer Wallbox, die den Förderbedingungen der KfW entspricht, ist im Mégane E-Tech Electric bei 3,7 kW die maximale Ladeleistung erreicht.

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Für Boost Charge wächst die maximale Ladeleistung auf 22 kW; hier dürfte das bekannte dreiphasige Gerät vom Renault Zoe (Test) zum Einsatz kommen. An öffentlicher Ladeinfrastruktur, die das liefern kann, ist der Mégane E-Tech Electric also in rund zwei Stunden voll geladen, wenn die Batterie zuvor komplett leer war. Renault wird für die kleine Batterie über den Fahrzeugpreis einen gewichtigen Anreiz schaffen müssen. Denn lange Strecken dürften arg zäh werden, was wohl nur eine Minderheit akzeptieren wird.

Die größere Batterie mit 60 kWh dagegen ist grundsätzlich DC-fähig und kann mit bis zu 130 kW laden. Super Charge ist die Kombination aus 130 kW DC-Ladeleistung und 7 kW AC-seitig. Optimum Charge verbindet die schnelle DC-Geschwindigkeit mit dem dreiphasigen AC-Ladegerät und 22 kW. Lebenspraktisch dürfte die kleine Batteriegröße im Renault Megane E-Tech also lediglich für Pendelstrecken und Alltagstouren zur Arbeit, zum Kindergarten oder dem Sport geeignet sein. Wer auch lange Touren fahren will, muss zum 60 kWh-Speicher greifen. Die Ladeoptionen zusammengefasst:

Energiegehalt Batterie in kWh AC-Ladeleistung in kW DC-Ladeleistung in kW
Standard Charge 40 7 -
Boost Charge 40 22 -
Super Charge 60 7 130
Optimum Charge 60 22 130

Die drei Ausstattungslinien Equilibre, Techno und Iconic sind frei mit den unterschiedlichen Stufen des Ladens Standard, Boost, Super und Optimum Charge konfigurierbar. Bei den für Elektroautos typischen Ausstattungsoptionen fällt auf, dass das „Winter-Performance-Paket“ mit Wärmepumpe ausschließlich in der zweithöchsten Leistungslinie Super Charge bestellbar ist. Unsere Interpretation: Bei Optimum Charge könnte die Wärmepumpe serienmäßig sein, während sie für Standard und Boost Charge nicht zu haben ist. Volkswagen bietet in der Basisversion des ID.3 serienmäßig immerhin eine DC-Ladeleistung von 50 kW an. Der Haken: Wegen des Chipmangels ist sie momentan nicht bestellbar.

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(mfz)