Elektroauto Sono Sion ab 2023 mit 54 kWh großer Lithium-Eisenphosphat-Batterie

Das Elektroauto-Startup Sono Motors wechselt beim Sono Sion von einem 35 kWh Lithium-Manganoxid-Akku auf einen 54-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Speicher.

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Mehr Reichweite, kürzere Ladezeit, höhere Sicherheit und geringere Kosten verspricht Sono Motors durch den Einsatz eines 54-kWh großen LFP-Akkus.

(Bild: Sono Motors)

Von
  • Florian Pillau

Für das 2017 vorgestellte kompakte Solar-Elektroauto Sion hat das Startup-Unternehmen Sono Motors inzwischen nach eigenen Angaben in seinem Crowdfunding-Prozess mehr als 13.000 Reservierungen eingesammelt. Wann das bewusst einfach gehaltene Fahrzeug auf den Markt kommt, blieb wegen finanzieller Turbulenzen allerdings lange unklar, die letzte Finanzierungsrunde wurde Dezember 2020 abgeschlossen. Nun soll es Anfang 2023 so weit sein – inklusive einer tiefgreifenden Änderung am Konzept durch eine größere Batterie.

Während der langen Planungsphase hat das Konzept offenbar Schritt gehalten mit den gewachsenen Kundenansprüchen: Sono Motors kündigt heute den Einsatz einer deutlich größeren Traktionsbatterie an als ursprünglich geplant. Mehr als 90 Prozent der potenziellen Käufer haben sich in Befragungen dafür ausgesprochen, meldet das Unternehmen.

Seriendesign des Elektrosolarautos Sion (37 Bilder)

Im Januar 2021 stellt Sono Motors die zweite Prototyp-Generation vor, …

Eine 54-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie soll die derzeitige Reichweite des Sion auf bis zu 305 km erhöhen und dank ihrer maximalen Leistungsaufnahme von 75 kW die Ladezeiten verkürzen. Bislang hatte die Firma mit einem wassergekühlten Akku mit der heute üblicheren Nickel-Kobalt-Mangan-Zellchemie und einer Kapazität von 35 kWh geplant.

Die neuen Akkus entstehen ohne Einsatz so problematischer und teurer Materialien wie Kobalt, Mangan und Nickel. Ein weiterer Vorteil ist eine hohe Zyklenfestigkeit, Sono beziffert sie auf 3000, was sich auf bis zu 900.000 km hochrechnen lässt. Darüber hinaus verspricht der Hersteller eine geringere Neigung zum gefährlichen Thermal Runaway – sprich: eine geringere Brandgefahr.

Die LFP-Zellchemie ist schon lange bewährt, stand aber länger im Hintergrund wegen ihrer geringeren Energiedichte. Ihre Vorteile, Verbesserungen im Detail und vor allem ihre um rund 30 Prozent billigere Produktion lassen sie gerade ein Revival erleben. Auch große Hersteller wie der Volkswagen-Konzern wollen sie ab 2023 in großem Maßstab einsetzen.

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Der Sono Sion ist ein kompaktes 4,5-Meter-Auto mit Platz für fünf Personen und 650 Liter Gepäckvolumen. Es ist ein bewusst einfach gehaltenes "No-Nonsense"-Auto, dafür aber mit knapp 250 Solarzellen in der Karosserie. Die damit ermöglichte zusätzliche Reichweite gibt Sono unverändert mit durchschnittlich 112 Kilometern und maximal 245 Kilometer pro Woche an. Ein Gag ist der aus sichtbar eingebauten Moosen bestehende Innenraum-Luftfilter.

Der Sono Sion kostet laut Website 25.000 Euro, soll sich bei sinkendem Akkupreis aber noch verbilligen können. Bestellbar ist der Kompakte mit einer Anzahlung ab 500 Euro. Ab 2022 bietet Sono Motors Kaufverträge an, die Auslieferung soll Anfang 2023 beginnen. Produziert wird der Sono Sion, wenn alles nach Plan läuft, im ehemaligen Saab-Werk im schwedischen Trollhättan.

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(fpi)