Elektroauto Volvo XC40 Recharge: Weniger Leistung, seltsam kalkuliert

Das SUV XC40 wird künftig als Elektroauto auch mit weniger Leistung angeboten. Damit sinkt der Preis, doch der ist an den Förderbedingungen vorbeikalkuliert.

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Volvo XC40

Volvo bietet den batterieelektrischen Antrieb im XC40 nun auch mit einem Motor an. Damit sinkt der Einstiegspreis drastisch.

(Bild: Volvo)

Von
  • Martin Franz

Gerade hat den Fuhrpark der heise/Autos-Redaktion ein Volvo XC40 Recharge Twin verlassen, ein Test folgt demnächst. Einige Fahrer, die ihn bewegt haben, stellten sich die Frage, ob es wirklich zweimal 150 kW sein müssen, und der Autor dieser Zeilen zählt dazu. Nun, wir waren damit offenbar nicht allein: Wie schon im Polestar lässt Volvo nun auf Wunsch den E-Motor an der Hinterachse einfach weg. Für den Kunden hat das einige Vorteile, wobei sich Volvo mit der Kalkulation keine Freunde machen dürfte.

Zunächst einmal: Natürlich wird der einmotorige XC40 Recharge nicht ganz so vehement beschleunigen. Der verbliebene E-Motor treibt nur die Vorderräder an und leistet 170 kW, also etwas mehr als die einzelnen Maschinen im Allradmodell. Das maximale Drehmoment liegt bei 330 Nm. Volvo nennt 7,4 Sekunden im Standardsprint und 160 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das ist fraglos weniger rasant als im Allradmodell mit 300 kW, ebenso klar allerdings weit mehr als nur ausreichend flott. Die nochmalige Beschneidung der Höchstgeschwindigkeit ist eine politische Entscheidung, mit 170 kW hätte das kleine SUV ganz sicher auch das Spitzentempo von 180 km/h der starken Version erreicht.

Der verbliebene Motor treibt die Vorderräder an und leistet 170 kW. In alter Währung sind das 231 PS.

(Bild: Volvo)

Statt 2188 müssen im weniger starken XC40 „nur“ 2023 kg bewegt werden. Ein Teil dieser Erleichterung geht auch auf das Konto einer etwas kleineren Batterie. Der Netto-Energiegehalt liegt bei 67 kWh, brutto nennt Volvo 70 kWh. Im Topmodell sind es 75 und 78 kWh. An den Ladeoptionen hat sich nichts verändert: An Gleichstrom sind maximal 150 kW möglich, an Wechselstrom dreiphasig bis zu 11 kW. Der Verbrauch im WLTP soll bei 20 kWh liegen, für den 300-kW-XC40 werden 23,8 bis 25 kWh angegeben. Volvo verspricht eine Reichweite von bis zu 400 km.

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Natürlich sinkt mit dem Verzicht auf die überbordende Leistung auch der Preis, und das recht drastisch: Mit der neuen Basisausstattung „Core“, die es für das Allradmodell nicht gibt, kostet das elektrische SUV 48.650 Euro. Die Preise in der Übersicht:

Ausstattung Leistung in kW Preis in Euro
XC40 Recharge Core 170 48.650
Plus 170 51.650
Pro 170 55.650
XC40 Recharge Twin Plus 300 59.250
Pro 300 64.900

An den deutschen Förderbedingungen für Elektroautos hat Volvo allerdings haarscharf vorbeikalkuliert. Der Netto-Listenpreis des Basismodells liegt mit 40.882 Euro knapp oberhalb der 40.000-Euro-Grenze, bis zu der es den vollen Zuschuss von 6000 Euro von der Bafa gibt. So kann der Kunde auf diesem Weg nur 5000 Euro einsammeln. Eigentlich würde damit auch der Pflichtzuschuss des Herstellers auf 2500 Euro sinken, doch hier gibt sich Volvo generös und zieht trotzdem die vollen 3000 Euro plus die Mehrwertsteuer auf der Herstelleranteil ab. Im Konfigurator werden die Preise gleich ohne den Prämienanteil des Herstellers ausgegeben, erst im Kleingedruckten oder der Preisliste erfährt der Käufer, was das Auto ohne Subventionen kosten würde.

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(mfz)