Erfolgreicher Aufschlag: Das Elektroauto VW ID.3 im Test des Euro NCAP

Im Test des Euro NCAP erhält der VW ID.3, Volkswagens erstes vollwertiges E-Auto auf Basis des MEB, die volle Punktzahl. Mängel zeigten sich in Details.

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Grundsätzlich zufrieden zeigt sich Euro NCAP mit den Crash- und Assistenztestergebnissen beim VW ID.3.

(Bild: Euro NCAP)

Von
  • Florian Pillau

Vom Euro NCAP (European New Car Assessment Programme) ist der VW ID.3 im Sicherheitstest mit fünf Sternen bewertet worden. Er ist Volkswagens erstes vollwertiges Elektrofahrzeug-Modell auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB).

Der ID.3 ist das erste Auto der ID-Familie, aus der in den kommenden Jahren weitere Modelle erwartet werden, angekündigt sind bereits ID.4 (Test) und ID.5. Das 1857 kg schwere Elektrofahrzeug mit fünf Sitzen bekam die Bestnote nach einem gleichmäßig guten Abschneiden in allen Kriterien – von den verschiedenen Crashtests bis hin zur Ausstattung mit und der Effizienz der Assistenzsysteme.

VW ID.3 Euro NCAP (8 Bilder)

Erstmals serienmäßig baut Volkswagen einen Airbag zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ein.
(Bild: Euro NCAP)

Nach einer Beurteilung der Frontal-, Seitenaufprall- und Schleudertraumaversuche inklusive der Geschwindigkeit und Sicherheit von Rettung und Befreiung bekam der ID.3 eine Bewertung von 87 Prozent für Fahrer und Passagiere. Bei der Sicherheit von Kindern lag dieser Wert sogar bei 89 Prozent. Volle Punktzahl erreichte der Schutz bei Front- und Heckaufprall sowie der Einbau von Kindersitzen verschiedener Größen.

Einen Beitrag leistete dabei der erstmals bei Volkswagen serienmäßig eingesetzte Center-Airbag zwischen den vorderen Sitzplätzen. Er verhindert vor allem bei seitlichen Kollisionen einen möglichen Kopfkontakt zwischen Fahrer und Beifahrer. Nicht erhältlich sind dagegen Kneebags für Fahrer und Beifahrer sowie Pelvisbags, hinten ist auch kein Seitenairbag auf Brusthöhe vorgesehen. Grundsätzlich ist der Rumpf des Fahrers lediglich "marginal" geschützt. Die Qualität der Kopfstützen wurde mit 3,7 von vier möglichen Punkten vorn und hinten hoch bewertet.

Passanten sind vor allem bei einer Kollision mit den A-Säulen gefährdet, insgesamt vergibt Euro NCAP 26,3 von 36 Punkten für den Fußgänger-Aufprallschutz. Ungeschützte Verkehrsteilnehmer außerhalb des Fahrzeugs wie etwa Radfahrer sollten am besten gar nicht in Kontakt mit der Karosserie kommen, sondern durch automatische Notbremssysteme (AEB) präventiv geschützt werden. Ihre Effizienz gehört daher zum standardmäßigen Umfang der Prüfung und geht mit in die Bewertung ein. Für die Detektion von Fußgängern vergibt Euro NCAP sechs und für die von Radfahrern 6,5 von neun Punkten.

Euro NCAP kommentiert das so: "Das AEB des ID.3 kann gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer aber auch andere Fahrzeuge erkennen. In Tests war die Reaktion des Systems auf Fußgänger gering und die auf Radfahrer angemessen, wobei Kollisionen in den meisten Fällen vermieden oder gemildert wurden. Das System erkennt keine Fußgänger hinter dem Heck des Fahrzeugs, rückwärts fahrend wurde nicht getestet."

Hintergrund zum ID.4

Zusatzpunkte werden für serienmäßige Assistenzsysteme vergeben, das sind beim ID.3 der Spurhalte- und der Notbremsassistent. Euro NCAP schreibt: "Die serienmäßige autonome Notbremsung hat gute Ergebnisse erzielt, das Spurhaltesystem korrigiert sanft und greift nur in kritischen Situationen stärker ein." Ausdrücklich erwähnt hat Euro NCAP auch die Multikollisionsbremse.

Euro NCAP bietet Autofahrern mit Crash- und anderen Tests eine realistische und unabhängige Bewertung der Sicherheit der beliebtesten in Europa verkauften Autos. Gegründet 1997 wird Euro NCAP von wichtigen europäischen Regierungen, Automobil-, Verbraucher- und Versicherungsorganisationen unterstützt. Innerhalb kurzer Zeit hat es sich zu einer von Herstellern wie Konsumenten gleichermaßen respektierten Instanz für die Weiterentwicklung der Sicherheit von Kfz entwickelt.

(fpi)