Erste Hilfe gegen Plastikmüll

Plastik ist billig, nützlich – und als Müll ein gravierendes Problem. 2018 wurde das zu einem großen Thema, doch eine echte Lösung scheint in weiter Ferne.

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Erste Hilfe gegen Plastik

(Bild: Fotolia)

Von
  • Hanns-J. Neubert
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Seit Beginn des Jahres 2018 hat Deutschland ein Problem mehr: China nimmt keinen verschmutzten oder vermischten Plastikmüll mehr an – auch nicht den Großteil der jährlich 850.000 Tonnen Kunststoff, die Deutschland bislang dorthin verschiffte. Immerhin darf seit Herbst zumindest hochgradig sortenreiner und sauberer Abfall wieder passieren.

Viele Jahre lang hatte China wahllos und bereitwillig die Rolle als Müllkippe der Welt gespielt. Containerschiffe, die gefragte Waren aus der Volksrepublik ins Ausland gebracht hatten, kehrten vollgeladen mit Müll zurück, der dann in China recycelt, verbrannt oder deponiert wurde. Mit seinem Importstopp aber hat China dieses für den Westen bequeme Arrangement aufgekündigt – und eine lebhafte Debatte darüber angestoßen, wie viel Plastik wir wirklich brauchen und wie man es umweltschonend entsorgen kann. Kurzfristig lösten westliche Unternehmen das Problem auf altbekannte Weise: Sie wichen auf andere asiatische Länder wie Vietnam, Malaysia und Indonesien aus, um weiter laxe Umweltstandards auszunutzen.

Aber wie lange werden diese Länder mitspielen? Und was kommt dann? Das Problem ist so schwer zu lösen, weil Kunststoff so eng mit dem Industriezeitalter verwoben ist wie kaum ein anderes Material. Schon vor 170 Jahren vermischten Tüftler Kautschuk, Leinöl und Harze mit Säuren oder Basen, erhitzten das Gebräu und stellten so die ersten Hartplastikarten her. Daraus ließen sich Autoreifen, Isolatoren, Knöpfe und Radiogehäuse in Formen gießen.

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