Frankreichs Reparaturindex: Förderung von einfach zu reparierender Elektronik

Ein Index informiert in Frankreich darüber, wie einfach sich Elektronik reparieren lässt. Das wäre auch für weitere Länder ein interessanter Ansatz.

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(Bild: Thorsten Hübner)

Von
  • Robin Brand
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Smartphones werden schneller, besser, teurer. Nur nachhaltiger werden sie nicht. Frankreich versucht nun, das zu ändern. Ein Anfang des Jahres eingeführter Index informiert darüber, wie einfach sich Smartphones – aber auch andere Geräte wie Laptops, Fernseher oder Rasenmäher – reparieren lassen. Der französische Index ist auch ein Fingerzeig, wie ein solcher Index für die gesamte EU aussehen könnte und kann schon heute auch in Deutschland als praktischer Ratgeber vor der Kaufentscheidung dienen. Wir haben uns den Index für Smartphones genauer angeschaut – manche Bewertung hat uns stutzig gemacht.

Die Grundlage des Index ist das im Februar 2020 erlassene Gesetz zur Abfallbekämpfung und Kreislaufwirtschaft. Das Prinzip ist schnell erklärt: Anhand von fünf Kriterien wird die Reparierbarkeit von Geräten bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtwertung auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten. Zu den bewerteten Kategorien zählen Dokumentation, Zerlegbarkeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen, deren Preis sowie Produktspezifisches. Im Falle von Smartphones fällt unter die letzte Kategorie zum Beispiel, wie gut der Hersteller über anstehende Updates informiert oder ob er kostenlos per Ferndiagnose bei Reparaturen unterstützt.

Die Hersteller müssen den Punktwert der Produkte anhand des offiziellen Kriterienkatalogs ermitteln und an Händler weitergeben. Diese wiederum müssen Kundinnen und Kunden darüber informieren – online genauso wie im Markt. Falschangaben sollen von 2022 an bestraft werden können. Von Anfang 2024 an plant Frankreich einen verpflichtenden Haltbarkeitsindex. Dieser soll die Zuverlässigkeit und Robustheit von Produkten anzeigen und den Reparaturindex ergänzen. Die Europäische Kommission will ebenfalls die Reparierbarkeit von Elektronikprodukten vereinfachen: Sie verpflichtet zum Beispiel Hersteller von Fernsehern und Haushaltsgeräten, Ersatzteile vorrätig zu halten. Einen europaweiten Reparierbarkeits-Index gibt es aber noch nicht.

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