Frauen vor: Wie Wissenschaft und IT diverser werden sollen

Seit Jahren wird vor der massiven Ungleichheit in Wissenschaft und Tech-Welt gewarnt. Erfolgreiche Teams müssen divers sein, heißt es. Warum tut sich so wenig?

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Von
  • Eva Wolfangel
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Lippenbekenntnisse sind nichts, womit sie sich zufriedengibt, das macht Sheila Beladinejad bei ihrem Vortrag auf der Stuttgarter Messe klar. "5 Key Factors That Can Attract Investors to an AI company" lautet der Titel ihres Vortrags. Im Publikum sitzen junge Gründerinnen und Gründer sowie Forschende aus der Informatik, die überlegen, ein Start-up zu gründen. Sie hängen an den Lippen der Frau, die seit mehr als 20 Jahren in der Techbranche aktiv ist und Investoren berät. Von ihrem Urteil hängt oft das Schicksal eines Start-ups ab. Neben einem tragfähigen Businessplan und der Wahl der richtigen KI-Methoden hat Beladinejad auch "Mangel an Diversität als hohes Risiko" auf ihren Folien. "Überseht das nicht", sagt sie und schaut streng ins Publikum.

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Ein Team, das fast ausschließlich aus weißen Männern besteht, sei ein Risikofaktor, warnt sie. Beladinejad ist keine Frauenrechtlerin. Sie würde sich am liebsten weiterhin hauptsächlich mit Künstlicher Intelligenz und Robotik beschäftigen, denn das sind die Themen, die sie eigentlich bewegen. Sie hat unter anderem in der Telekommunikationsbranche gearbeitet, und wer genauer nachfragt, dem fliegen jede Menge Fachbegriffe um die Ohren.

Mit ihrer Expertise im Bereich KI hat die Kanadierin schließlich ein Unternehmen gegründet: Sie analysiert Start-ups für potenzielle Investoren und prüft sie auf Herz und Nieren. Trägt das Konzept? Wie genau wird KI eingesetzt? Sitzen die Leute auf den richtigen Stellen?