Green IT: Energieeffizienz messen und die richtige Software auswählen

Die Energieeffizienz von Software lässt sich durch Änderungen einzelner Komponenten erhöhen. Welche das sind, können differenzierte Messungen offenlegen.

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Von
  • Achim Guldner
  • Dr. Eva Kern
  • Dr. Sandro Kreten
  • Prof. Stefan Naumann
Inhaltsverzeichnis

Die Frage, welchen Anteil Software am Ressourcen- und Energieverbrauch hat, führt die Fachwelt noch nicht allzu lange. Obwohl Software als immaterielles Gut zunächst nur indirekt wirkt, hat sie erheblichen Einfluss auf den Energie- und Rohstoffverbrauch: Durch ihren Umgang mit den Ressourcen des Rechners und die Update-Politik ihrer Hersteller hat sie nicht nur Einfluss auf seinen Energieverbrauch, sondern auch auf den Zeitpunkt seiner Neubeschaffung.

Basierend auf diesen Beobachtungen sind in den letzten Jahren eine Reihe Projekte gestartet worden, die die Nachhaltigkeit von Software analysieren, messen und evaluieren. Zudem wurden Kriterien entwickelt, die diese Nachhaltigkeitsaspekte von Software operationalisieren und zertifizieren. Seit 2020 existiert das Label "Blauer Engel für Softwareprodukte", das in der ersten Version Desktop-Software auszeichnet. Die erste mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Software ist der KDE-Dokumentenbetrachter Okular.

Grüne Software:

Zu betrachten ist der gesamte Lebenszyklus, also Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Soft- und Hardware – Endgeräten, Netz und Cloud. Referenzmodelle wie das im Forschungsprojekt Green Software Engineering entstandene GREENSOFT-Modell bilden einen Rahmen für Forschung und Praxis und helfen bei der Entwicklung und Bewertung. Dieser Artikel wird zunächst anhand einiger Messergebnisse den Energiebedarf von Software darlegen und anschließend ausgewählte Kriterien des Blauen Engels für Software vorstellen.