Grüne Rechenzentren: Mit Kennzahlen Energie- und Ressourceneffizienz messen

Das Indikatorensystem KPI4DCE vom UBA soll, anders als die RZ-Effizienzkennzahl PUE, den ganzen ökologischen Fußabdruck von IT und Infrastruktur erfassen.

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Von
  • Marina Köhn
Inhaltsverzeichnis
Energieeffiziente Rechenzentren

Sollen digitale Techniken dabei helfen, die Umwelt zu schützen, muss es gelingen, den Energieverbrauch der digitalen Infrastruktur zu senken und den Rohstoffverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Die Rechenzentren als Herzstück der Digitalisierung haben hierbei eine zentrale Verantwortung. Doch: Wie viele Rechenzentren existieren überhaupt in Deutschland, Europa und weltweit? Wie viel Energie verbrauchen sie und wie viele Rohstoffe – verbaut in Technik – stecken in ihnen? Und wie effizient werden Energie und Rohstoffe eingesetzt?

Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, dass die Antwort auf alle Fragen lautet: Wir wissen es nicht. Erstaunlich, weil es technisch und organisatorisch möglich wäre, diese Informationen zu erhalten. Erschreckend, weil die Gesellschaft in einem rasenden Digitalisierungszug sitzt, ohne dass ein Stellwerk die Weichen stellt. Die Auswirkungen auf die Klimaerwärmung und den Verbrauch wertvoller Rohstoffe nicht zu kennen, ist leichtsinnig und gefährlich.

Die Debatte über die notwendigen Maßnahmen für eine umweltverträgliche Gestaltung der digitalen Infrastruktur zeigt sich nicht zuletzt im Koalitionsvertrag, in dem es heißt: "Wir werden Rechenzentren in Deutschland auf ökologische Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausrichten, unter anderem durch Nutzung der Abwärme. Neue Rechenzentren sind ab 2027 klimaneutral zu betreiben. Öffentliche Rechenzentren führen bis 2025 ein Umweltmanagementsystem nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme) ein. Für IT-Beschaffungen des Bundes werden Zertifizierungen wie der Blaue Engel Standard." Neben Umweltmanagementsystemen und Zertifizierungen sind Kennzahlen ein wichtiges Instrument einer nachhaltigen Klimaschutzstrategie.