Hai-Patrouille in der Luft

Unbemannte Fluggeräte sollen in Down Under gegen Raubfische helfen.

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Hai-Attacken kommen vor der australischen Küste immer wieder vor. Deshalb will das Unternehmen Little Ripper Group gemeinsam mit Forschern von der University of Technology Sydney (UTS) Schwimmer und Surfer mithilfe von Drohnen besser vor den Meeresräubern schützen. Die in der Nähe von Sydney beheimatete Firma ist auf Rettungsdienste mit ferngesteuerten Drohnen spezialisiert.

Die "Westpac Little Rippers" werden bereits vielfältig eingesetzt. Abwerfen können die Fluggeräte zum Beispiel ein sich selbst entfaltendes Rettungsfloß für in Not geratene Schwimmer, ein Erste-Hilfe-Kit samt Defibrillator für die Versorgung von Unfallopfern oder eine Ausrüstung für verunglückte Skifahrer. Das Set für die Wintersportler enthält eine Rettungsdecke, Energieriegel, ein Funkgerät und einen Positionssender.

Nun testet Little Ripper ein neues "Shark Spotter"-System. Die Drohne warnt mithilfe ihres Piloten Badende, wenn sich ein Hai nähert. Mit der Unterstützung von Deep-Learning-Algorithmen brachten die UTS-Forscher der Maschine zunächst bei, Haie in Luftaufnahmen zu erkennen. Denn es gilt, die Tiere von anderen Meereslebewesen wie Walen oder Delfinen, aber auch von Booten, Schwimmern und Surfern zu unterscheiden.

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Als Schulungsmaterial dienten öffentlich zugängliche YouTube-Videos. Die Software erkannte daraufhin Haie in mehr als 90 Prozent der Fälle. Menschen schaffen laut UTS-Projektleiter Nabin Sharma maximal 30 Prozent. Anschließend lernten die Shark-Spotter-Drohnen, Echtzeit-Videoaufnahmen auszuwerten. Die Aufnahmen wurden zunächst drahtlos zur Computeranalyse an Land gesendet. Inzwischen erledigt das der Grafikprozessor in der Bordkamera der Drohnen.

"Wenn die Ozeanoberfläche glatt und das Wasser klar ist, können die Drohnen zwei bis drei Meter tief ins Wasser sehen", sagt Sharma. Infrarot- und Multispektralkameras sollen bei Wellengang und stark reflektierter Sonnenstrahlung helfen. Menschen hingegen lassen sich bei der Auswertung von Bildern zu leicht ablenken und machen demzufolge potenziell tödliche Fehler. "Wir wollen die menschlichen Helfer nicht ersetzen. Die Software soll sie aber darin unterstützen, effektiver zu werden", sagt Sharma.

Erkennt Shark Spotter einen Hai, kann der Drohnenpilot die Schwimmer in der Nähe per Megafon warnen und ein Rettungsfloß sowie einen Notsender abwerfen. Darüber hinaus alarmiert das System Rettungsschwimmer an Land per SMS. In Kürze werden die Drohnen auch ein Hai-Abschreckungsgerät transportieren.

Es soll die Raubtiere mit elektromagnetischen Signalen, die deren Beuteortung stören und ihnen unangenehm sind, von Attacken abhalten. Sobald die Drohnen die Testphase hinter sich gelassen haben, werden sie ihre Arbeit aufnehmen können. Die Little Ripper Group verkauft ihre Drohnen allerdings nicht, sondern bietet ihre von einem Piloten ferngesteuerten Geräte als Serviceleistung an.

Dem Unternehmen zufolge sind derzeit 20 Drohnen an mehreren australischen Stränden im Einsatz, um die Rettungsprotokolle zu testen. Anfragen für das System gab es bereits aus den USA und von der Insel Réunion im Indischen Ozean. Als Nächstes will die Little Ripper Group in Kooperation mit den UTS-Forschern die Erkennungsalgorithmen auf Krokodile ausweiten. Ziel ist es, auch die Zahl der Attacken durch die Reptilien, etwa an den Stränden im Norden Queenslands, zu senken.

(bsc)