Halbleitermangel: Kurzarbeit für Tausende Daimler-Mitarbeiter​

Die Probleme beim Nachschub von Halbleiterbauteilen zwingen die Autoindistrie seit Wochen zu Unterbrechungen der Produktion. Jetzt ist Daimler betroffen.

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Systemkomponenten eines Abstandsregel-Tempomaten mit Radarsensor (rechts) und Steuergerät (links) einer Mercedes S-Klasse der Baureihe 220 (1998 bis 2005).

(Bild: Daimler)

Von
  • dpa

Angesichts weltweiter Lieferengpässe von wichtigen elektronischen Bauteilen schickt Daimler an vorerst mindestens zwei Standorten Tausende Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit. Betroffen ist nach Informationen der dpa ein Großteil der Beschäftigten der Mercedes-Werke in Rastatt und Bremen. Daimler teilte am Mittwoch auf Anfrage mit, für die betroffenen Mitarbeiter an beiden Standorten sei Kurzarbeit jeweils von diesem Freitag an zunächst bis Ende kommender Woche beantragt worden.

Im Bremer Werk sind mehr als 12.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Rastatt rund 6500. Ausgenommen von der Kurzarbeit sind nach Unternehmensangaben an beiden Standorten Mitarbeiter in "strategischen Projekten" und sogenannten Grundfunktionen, dazu zählt Daimler etwa die Bereiche Instandhaltung und Versorgung sowie Qualifizierungsthemen. Zuerst hatten lokale Medien über die Kurzarbeitspläne an den jeweiligen Standorten berichtet.

Die Mitarbeiter beider Werke sowie des Standorts im ungarischen Kecskemét waren bereits Anfang des Jahres wegen des Halbleitermangels in Kurzarbeit geschickt worden. Daimler äußerte sich auf Anfrage nicht im Detail zu der Frage, ob nun auch für weitere Werke Kurzarbeit geplant sei. Man sei im Austausch mit den Halbleiter-Lieferanten und passe "falls nötig" die "Fahrweisen in einzelnen Werken an", hieß es lediglich. Die Situation sei volatil, man fahre auf Sicht.

Die weltweiten Probleme beim Nachschub von Halbleiterbauteilen zwingen auch andere Autokonzerne seit Wochen zu Unterbrechungen der Produktion. Zuletzt hat Volkswagen Tausende Beschäftigte im Werk in Emden in Kurzarbeit geschickt.

(fpi)