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Hintergrund: Fotozubehör und Objektive aus dem 3D-Drucker

Ein fehlendes Zubehör oder ein Objektiv mit dem 3D-Drucker selbst zu drucken, zählt schon seit geraumer Zeit zu den Wünschen vieler technisch versierter Fotografen. In Frankreich wurde jetzt ein Objektiv gedruckt und aus Leipzig kommen pfiffige Sonnenblenden.

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Hintergrund: Fotozubehör und Objektive aus dem 3D-Drucker

Mit dem Aufkommen von 3D-Druckern wurde es grundsätzlich möglich, auch Fotozubehör selbst zu drucken. Dabei lassen sich auch Objektive nach eigenen Vorstellungen herstellen – wobei es bei vielen Anleitungen allerdinsg "nur" um Objektivfassungen geht. Die optischen Komponenten selbst stammen bislang zumeist aus Resten alter Objektive. Der 3D-Druck von Linsenelementen steckt noch in den Kinderschuhen.

Der französische Fotograf Mathieu Stern wollte verschiedene Glaselemente aus seiner Objektivsammlung an einer spiegellosen Sony-Kamera nutzen. Er hatte jedoch weder einen eigenen 3D-Drucker noch Konstruktionserfahrung. Zum gewünschten Ziel kam er dann über die französische Agentur Fabulous. Und am Ende stand ein Objektiv mit den Daten 1,8/135 mm.

In Leipzig druckt der Fotograf Christian Günther inzwischen nicht nur Fotozubehör für den eigenen Bedarf, das in dieser Form bislang nicht zu finden ist, sondern fertigt dieses mit seiner Firma FotoSpecial Parts (FSP) auch für Dritte. So entstand die LensLid – eine Kombination aus Sonnenblende, klappbarem Objektivdeckel und universellem Filterhalter. Sie ist inzwischen für zahlreiche Objektive und Objektivdurchmesser erhältlich. Da der Objektivdeckel über ein Scharnier verbunden ist, kann er auch im Eifer des Gefechts nicht verloren gehen. Die Filter werden nicht in die Halterung eingeschraubt oder eingeschoben, sondern mit einer Klammer befestigt. Dadurch lassen sich abwechselnd Filter aus verschiedenen Systemen einsetzen.

LensLid wird nur auf Bestellung produziert. Dadurch hält sich die Lagerhaltung in engen Grenzen weil immer nur die Systeme produziert werden, die nachgefragt werden. Da beim 3D-Druck keine kostspieligen Werkzeugkosten anfallen, lassen sich folglich auch Bauteile in kleinsten Stückzahlen fertigen. Und so erweitert sich das Sortiment von FSP laufend um weitere Produkte, deren Herstellung bislang zumeist an den Werkzeugkosten gescheitert war. (keh)