Hintergrund zum Linux-Jubiläum: Linus Torvalds’ Kernel ist 30 Jahre alt

Am 25. August 2021 feierte Linux Geburtstag. In seiner 30-jährigen Geschichte ist es zu einem der prägendsten Projekte der Open-Source-Bewegung geworden.

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Von
  • Dr. Rüdiger Berlich
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Linux gehört zu den wenigen Systemen, die ein genaues Geburtsdatum vorweisen können. Seine Geburtsstunde datiert auf den 25. August 1991, als Linus Torvalds in der Newsgruppe "comp.os.minix" schrieb: "Hello everybody out there using minix – I’m doing a (free) operating system (just a hobby, won’t be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones." Dass dieses Posting gerade in dieser Gruppe erfolgte, war kein Zufall. Minix, das von Andrew S. Tannenbaum entwickelte Betriebssystem, diente Linus Torvalds als Entwicklungsumgebung und folgte – wie später der Linux-Kernel – dem Unix-Vorbild.

Das sich schnell entwickelnde Internet – damals noch kein Synonym für das gerade am CERN ins Leben gerufene World Wide Web, sondern eher charakterisiert durch Newsgruppen und FTP-Server – sorgte für eine rasche Verbreitung und Professionalisierung, und spätestens um das Jahr 2000 herum hatte Linux seinen festen Platz nicht nur unter Enthusiasten gefunden, sondern genoss auch die Unterstützung vieler "Blue Chip"-Firmen wie IBM oder HP. Wer in dieser Zeit in einem technischen Bereich groß wurde, für den dürfte Linux damit deutlich prägender gewesen sein als die Autos aus Wolfsburg, die der "Generation Golf" ihren Namen gaben.

Linux-Ratgeber:

Mindestens bei dieser Generation X kann man mit Fug und Recht von der "Generation Linux" reden. Sie durfte beobachten, wie dieses Betriebssystem in vielen Bereichen Erfolge feierte. Zur öffentlichen Sichtbarkeit von Linux beigetragen haben dürfte dabei der Film "Titanic" von James Cameron aus dem Jahr 1997: Die gefilmten Szenen dieses Kassenschlagers wurden durch gerenderte Sequenzen ergänzt, die auf einem Cluster von DEC-Alpha-Rechnern unter Linux entstanden. Bis heute ist einer der Haupteinsatzbereiche von Linux das Hochleistungsrechnen – damals noch unter dem Namen Beowulf Cluster.

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