Hirnforschung: Warum ein Gehirn-Upload nicht möglich ist

Enttäuschung für Transhumanisten: Neuere Ergebnisse aus der Neurologie sprechen dagegen, dass sich unser Gehirn nach dem Tod digital rekonstruieren lässt.

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Konnektom eines menschlichen Gehirns. Manche Forscher glauben, dass in den Verbindungen zwischen den Neuronen die komplette menschliche Erfahrung gespeichert ist.

(Bild: jgmarcelino/Wikipedia)

Von
  • Christian Wolf
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Die Idee ist bestechend: Zwar ist der Mensch ein sterbliches Wesen, aber alles, was wir wissen, jemals gelernt und erlebt haben, ist in Form von neuronalen Verbindungen gewissermaßen ins Gehirn eingeschrieben. Also müsste man dieses „Konnektom“ – das vollständige Netz aus Synapsen, die die Neuronen verbinden – vollständig auslesen und könnte dann die Persönlichkeit mit all ihren Erinnerungen in einer entsprechend konfigurierten Simulation des Gehirns in einer virtuellen Welt wieder auferstehen lassen.

Klingt einfach – ist aber bislang unmöglich, weil das Gehirn nach dem Tod zu schnell zerfällt, um die rund 100 Billionen Verbindungen in dem neuronalen Netzwerk unseres Gehirns zu vermessen. Das Gehirn müsste für diese Prozedur konserviert werden – doch auch das zerstört das subtile Gewebe. Der Gehirn-Upload bleibt also Science Fiction? Nicht wenn es nach den Köpfen hinter dem Start-up Nectome geht.

Sie verliehen vor einigen Jahren dem Traum von der digitalen Wiederauferstehung einen unerwarteten Schub: Einer der Mitgründer des Unternehmens, Robert McIntyre, der früher als Informatiker am MIT gearbeitet hat, entwickelte gemeinsam mit dem Kryobiologen Greg Fahy eine Methode, die Einbalsamierung mit Kryonik kombiniert. Dabei werden die Zellen oder Gewebe beeindruckend gut konserviert. Sie durchspülten das Gehirn mit Glutaraldehyd und froren es bei -135 Grad Celsius ein – eine Methode, die als „aldehydstabilisierte Kryokonservierung“ bezeichnet wird.

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