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Interview: Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow über die DSGVO und KI

Garri Kasparow sucht nach pragmatischen Wegen, um sich mit KI zu arrangieren. Europas Datenschutzpolitik hält er dabei für ein Innovationshindernis.

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Garri Kasparow auf der Konferenz WeAreDevelopers: "KI wird den Arbeitsmarkt verändern. Viele Stellen – auch angesehene Berufe – werden verloren gehen".

(Bild: Stefan Wieland)

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Wir sprachen mit Garri Kasparow auf der Konferenz WeAreDevelopers, bei der er eine Keynote über die Rolle kreativer Menschen in einer Welt voller intelligenter Maschinen hielt. 1997 hatte er sich als Weltmeister dem Schachcomputer Deep Blue geschlagen geben müssen und sucht seither Möglichkeiten, künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen. Nach seiner aktiven Zeit blieb Kasparow kampflustig und engagierte sich gegen Russlands Präsidenten Vladimir Putin, dessen Regime er für eine Mafia-Bande hält. Doch auch die Europäische Union – der er als eingebürgerter Kroate inzwischen angehört – kritisiert Kasparow für ihre innovationsfeindliche Politik.

Während Ihrer Zeit als Schachweltmeister haben Computer das Spiel stark beeinflusst und die Führung im Schach übernommen. Fühlte sich Schach dadurch anders an? Haben Wettkämpfe im Schach an Bedeutung verloren?

Kasparow: Weltklasseläufer können auch nicht mit einem Mercedes mithalten – trotzdem bestreiten sie weiter Wettkämpfe gegeneinander. Ich habe in den frühen 90ern erste Erfahrungen mit Schach-Engines wie Fritz oder Junior gesammelt. Was außerhalb der Schachwelt weitgehend vergessen ist: In Blitz- und Schnellschach haben wir schon damals gelegentlich verloren. Es gab noch Siege, aber es war nicht mehr einseitig. Damit war klar, dass das Weitere nur eine Frage der Zeit sein würde. Die Maschinen machten immer weniger Fehler. Das ist der fundamentale Unterschied: Maschinen haben eine ruhige Hand. Sie müssen das Spiel nicht lösen oder wie ein Mensch denken.

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