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Mit einem neuen Warnsystem sollen Millionen Menschen in der mexikanischen Hauptstadt vor katastrophalen Erdstößen gewarnt werden.

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it einem neuen Warnsystem sollen Millionen Menschen in der mexikanischen Hauptstadt vor katastrophalen Erdstößen gewarnt werden.

Mexiko-Stadt lebt in Angst vor dem "Big One". Beim letzten großen Erdbeben 1985 starben rund 10.000 Menschen, 30.000 wurden obdachlos. Dass die Erde irgendwann erneut stark beben wird, ist allen klar. Aber dieses Mal sollen die knapp neun Millionen Einwohner besser vorbereitet sein. Dafür baut Alejandro Cantú, Telekommunikationsingenieur und Direktor von SkyAlert, ein flächendeckendes, satellitengestütztes Frühwarnsystem für die Landeshauptstadt auf.

Inzwischen nutzen 2,1 Millionen Anwender den Service des 28-Jährigen. Die Informationen über Beben bekommt SkyAlert vom staatlichen Erdbebenerkennungsdienst CIRES. Zudem baut das Unternehmen ein eigenes Netz mit Sensoren auf. 48 davon wurden entlang der Verwerfung im Bundesstaat Guerrero installiert. Sie übertragen das Warnsignal per Internet und Satelliten auf die Endgeräte, seien es nun PCs, Tablets oder Smartphones.

Bei Desktop-Computern dient der sogenannte SkyAlert Personal USB als Empfänger. Er arbeitet mit allen wichtigen Betriebssystemen. Bei akuter Erdbebengefahr lässt der Stick einen Warnton ertönen und vibriert. Auf dem Bildschirm zeigt eine Textnachricht die Stärke des Bebens und die Lage des Epizentrums. "Wir warnen je nach Epizentrum 30 bis 120 Sekunden bevor das Beben die Stadt erreicht", erklärt Cantú. Klinge nach zu wenig, reiche aber, um im Ernstfall Gebäude zu evakuieren. Die Bewohner sind ähnlich wie in Kalifornien geübt darin, rasch nach draußen zu laufen.

Für Tablets und Smartphones hat SkyAlert sowohl für iPhone OS als auch Android eine kostenlose App entwickelt. Das Signal übers mobile Internet "ist etwas langsamer, aber immer noch schnell genug", erklärt Cantú.

Geld verdient SkyAlert aber hauptsächlich mit der Version Pro. Das sind größere Empfangsgeräte für Satellitensignale, an die bis zu 48 Sirenen und Warnlichter anschließbar sind. Damit lassen sich etwa Wohnungen, Büros und Fabrikanlagen ausrüsten. Das System kann auch die Produktion stoppen und Versorgungsleitungen wie Gas abstellen. (bsc)