Cortana weiß, was du versprochen hast

Microsofts Sprachassistentin Cortana kann in E-Mails erkennen, wenn man Kommunikationspartnern etwas versprochen hat.

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  • Ben Schwan

Jetzt wird nichts mehr vergessen. Dafür sorgt Microsoft. Der Softwareriese aus dem amerikanischen Redmond hat seine im Betriebssystem Windows integrierte persönliche Assistentin mit einer neuen Funktion ausgestattet – zunächst nur auf dem Heimatmarkt USA. Wer dort mit Windows 10 arbeitet und ein E-Mail-Konto von Microsoft verwendet – also eine Outlook.com- oder Office-365-Adresse –, kann sich beim Einhalten von Versprechen unterstützen lassen. Das Angebot ist Teil des Microsoft-Büroprogramms, das im Jahres- oder Monatsabo für Endkunden und Firmen verkauft wird.

Sprachassistentin Cortana kann auf der Basis von Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens feststellen, wenn man etwa seinem Chef die Erledigung einer Arbeit zu einem konkreten Termin zugesagt hat. "Wenn Sie eine Deadline in der E-Mail angegeben haben, wird Cortana sie vor deren Erreichen ansprechen und sie im Action Center ablegen", so der Konzern.

Erwähnt und erkannt: Cortana erinnert den Nutzer.

(Bild: Microsoft)

Glaubt Cortana, eine Selbstverpflichtung zu entdecken, öffnet sich ein Fenster. Darin wird der Nutzer an seine Zusage erinnert. Außerdem hat er die Möglichkeit, das Vorhaben als Termin in den Kalender einzutragen.

Das Verfahren wurde von Microsoft Research, der Forschungsabteilung des Unternehmens, entwickelt und auf zahlreiche Formulierungen trainiert. So bemerkt Cortana auch, wenn der Nutzer jemandem einen Restaurant- oder Kinobesuch versprochen hat. Wer die Erinnerungsstütze nicht haben möchte, kann sie abschalten. Zunächst wird die neue Funktion in die US-Ausgabe von Windows 10 integriert. Danach folgen die englischsprachigen Cortana-Apps auf Mobilgeräten, später dann noch weitere Sprachen. Microsoft verspricht außerdem, weitere E-Mail-Dienste einzubinden, darunter auch das populäre Gmail von Google.

Cortana ist Teil von Windows 10.

(Bild: Microsoft)

Cortana kann schon jetzt an Personen, Orte und Zeiten erinnern, Aufgabenlisten erstellen und verwalten und auf kommende To-Dos hinweisen. Der Erinnerungsfunktion rundet diese Dienste ab. Die Besonderheit sei, dass man Cortana nicht mehr fragen müsse, so Microsoft.

Das Erkennen von Adressen, Terminen oder Orten unterstützt auch schon die Konkurrenz. So durchforsten etwa die Apple-Betriebssysteme iOS und macOS E-Mails auf Wunsch nach solchen Eingaben und macht – auch automatisiert – Vorschläge, diese im Kalender zu vermerken. Ganz so persönlich wie mit Cortana läuft das allerdings nicht.

Die Sprachassistentin hat ihren Ursprung im Computerspiel Halo.

(Bild: Microsoft)

Zudem gab es mit der Technik bereits ein Spam-Problem: Bauernschlaue Müllmailversender verschickten einfach Werbung als Veranstaltungseinladung, die dann direkt in den Kalender übernommen wurden. Anfangs war es gar nicht so einfach, diese wieder loszuwerden. Auch die Erinnerungsfunktion sowie das von Apple geführte iCloud-Fotoalbum waren betroffen, die sich ebenfalls durch Automatismen angreifen ließen. Manchmal sind intelligente Algorithmen eben ein wenig zu intelligent. Mittlerweile soll Apple das Spamproblem im Griff haben. (bsc)