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Kryptogeld vom Staat im Anmarsch

Die meisten Zentralbanken arbeiten mittlerweile an Digitalwährungen. 2020 dürfte in Schweden ein Pilotprojekt beginnen und China eine erste Version einführen.

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(Bild: mk1one/Shutterstock.com)

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Die Riksbank in Schweden steckt mitten in den Vorbereitungen. "Leider befindet sich das Projekt derzeit in einer intensiven Phase, sodass wir keine Möglichkeit haben, Interviews zu geben", antwortet eine Sprecherin höflich, aber unerbittlich auf eine Anfrage nach einem Gesprächspartner, der nähere Auskünfte über ein interessantes Vorhaben der Zentralbank geben könnte: Die Riksbank möchte, als erste der westlichen Welt, im Jahr 2020 ein Pilotprojekt mit einer staatlichen Digitalwährung beginnen.

Mit ihren Digitalplänen sind die Schweden früh dran, aber keineswegs allein: Laut einer Umfrage der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beschäftigten sich schon Ende 2018 rund 70 Prozent der teilnehmenden Zentralbanken weltweit mit der Einführung einer digitalen Währung. Als dann Facebook im Juni 2019 seine Pläne verkündete, mit Libra ein globales Kryptogeld herauszubringen, sind die Diskussionen um sogenannte "Central Bank Digital Currencies" (CBDC) noch deutlich lebhafter geworden, heißt es in einer von IBM finanzierten Studie des Think-Tanks OMFIF. Bis 2024 werde mindestens eine Zentralbank eine digitale Währung für normale Verbraucher einführen.

Mit Pilotprojekten wie in Schweden beginnen kommendes Jahr die Vorbereitungen. Libra habe zwar mehr Dynamik in die Entwicklung gebracht, bestätigt Peter Bofinger, Professor an der Universität Würzburg und zuvor viele Jahre Mitglied des "Wirtschaftsweisen"-Sachverständigenrates der Bundesregierung. Aber es liege in der Natur von Zentralbanken, "sehr, sehr, sehr langsam" zu agieren.

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