LEDs mit Netzwerkanschluss

Ein kalifornisches Start-up will Beleuchtungsanlagen in Büros und Fabrikhallen mit Hilfe von Sensoren und Datenleitungen optimieren.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen
Von

Ein kalifornisches Start-up will Beleuchtungsanlagen in Büros und Fabrikhallen mit Hilfe von Sensoren und Datenleitungen optimieren.

Eine neuartige LED-Beleuchtungsanlage setzt auf Netzwerkverkabelung statt normaler Elektroleitungen, um die Dioden mit Strom zu versorgen. Das System, das vom Start-up Redwood Systems aus dem kalifornischen Fremont entwickelt wurde, erlaubt es dadurch, die Anschlusskabel gleichzeitig zur Datenübertragung zu nutzen – um beispielsweise Informationen von Sensoren, die auf den Lichtelementen sitzen, an einen zentralen Server zu senden. Die Technik soll ungefähr genauso viel kosten wie ein konventionelles LED-Beleuchtungssystem. Da sich jedoch jede einzelne Lampe im Gebäude überwachen und kontrollieren lässt, kann sich eine Energieersparnis von bis zu 80 Prozent ergeben.

Leuchtdioden gelten bereits jetzt als besonders effiziente und langlebige Beleuchtungsart. Sie laufen mit schwachem Gleichstrom, was allerdings bedingt, dass jedes Lichtelement über einen eigenen Transformator verfügen muss, der den Wechselstrom aus der Stromleitung umwandelt. Redwood Systems geht ganz anders vor: Hier wird der Gleichstrom an zentraler Stelle erzeugt und über die Netzwerkkabel an die LEDs geschickt. Allein diese Zentralisierung reduziere den Energieverbrauch um 10 bis 20 Prozent, sagt Marketingchef Jeremy Stieglitz, der mit einem Verkaufsstart noch in diesem Sommer rechnet.

Über die Verkabelung ergibt sich zudem ein Rückkanal: Jedes Lichtelement lässt sich deshalb mit einem billigen Sensorblock ausrüsten, der die Optimierung des Lichtniveaus zulässt und sicherstellt, dass die LEDs stets effizient arbeiten. Solche Messfühler können detaillierte Informationen über das aktuelle Temperaturniveau sammeln oder ermitteln, wo sich Menschen gerade im Gebäude befinden. Stark verteuern soll sich das Redwood-System dadurch nicht – Netzwerkverbindungen zur Datenübertragung und Stromversorgung sind ja in den meisten Gebäuden bereits vorhanden.

Jedes Licht ist mit bis zu sechs Sensoren ausgerüstet. Zwei ähneln denen herkömmlicher moderner Beleuchtungssysteme – sie erspüren Bewegung und Umgebungslicht, um sich abzuschalten, wenn niemand vor Ort ist oder genügend Tageslicht vorhanden ist. Doch während herkömmliche Systeme die Beleuchtung für einen gesamten Raum oder eine Reihe von Arbeitsnischen kontrollieren, lässt das Redwood-System das Schalten einzelner LEDs zu. Das System könnte dadurch beispielsweise einen Ausgleich für all jene Mitarbeiter schaffen, die nicht nah genug am Fenster sitzen oder Raumbereiche abdunkeln, in denen zu später Stunde niemand mehr sitzt. Ein dritter Sensor überwacht außerdem das Gesamt-Lichtniveau für den jeweiligen Arbeitsplatz. Dieses kann vom Mitarbeiter selbst vorgegeben werden, wenn er beispielsweise kurzfristig mehr Helligkeit benötigt.

Die restlichen drei Sensoren helfen bei der Optimierung der Effizienz der jeweiligen LED und können zudem Heiz- und Kühlsysteme unterstützen: Ein Spannungs- und Stromflusssensor erfasst den aktuellen Energieverbrauch, ein Wärmesensor auf der LED misst deren ideale Arbeitstemperatur und ein weiterer Wärmesensor die der Umgebung. Beides zeigt dann dem Kontrollsystem an, ob das System gerade effizient arbeitet oder nicht.

Avraham Mor von der Lichtdesign-Firma Lightswitch aus Chicago sieht ein großes Potenzial für das Redwood-System – und zwar besonders bei der Installation in neuen Gebäuden, wo sich große Kostenersparnisse ergeben könnten. Das Lichtniveau im Büro werde so optimiert.

Zunächst muss Redwood Systems allerdings die Beleuchterbranche überzeugen. Da die Technik komplexere Anforderungen stellt als herkömmliche Systeme, könnte es Jahre dauern, bis sie sich bei den Installateuren durchsetzt. (bsc)