Lachen als Anti-Stress-Schutz

Hauptsache viel Lachen, egal wie intensiv: Das soll das alltägliche Stressempfinden lindern. Psychologen aus Basel konnten das an Studierenden nachweisen.

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(Bild: Priscilla Du Preez / Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Scheinbar hat jeder gut zu lachen: Wer das häufig tut, reduziert sein Stressempfinden und mildert dessen gesundheitliche Auswirkungen. Das gilt auch im Alltag, wie Forscher der Universität Basel nun in einer kleinen Längsschnittstudie an Psychologie-Studierenden festgestellt haben. Der sogenannte positive Affekt, der durch Lachen zum Ausdruck kommt, lindert demnach mentale und physiologische Stressreaktionen und beeinflusst, wie belastend ein Ereignis wahrgenommen wird.

In sozialer Interaktion lacht man eher, Frauen allgemein häufiger als Männer. Durchschnittlich achtzehn Mal am Tag soll der Mensch lachen. Im Rahmen der Studie wurde das genauer untersucht: Über einen Zeitraum von gut zwei Wochen beantworteten 41 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 21,6 Jahren Fragen, die das Smartphone acht Mal täglich zu willkürlichen Zeiten zwischen 8 Uhr morgens und 21 Uhr 30 an sie stellte. Zur Beantwortung erhielten sie Android-Geräte mit einer eigens entwickelten App. Insgesamt wurde das Lachverhalten und die stress-assoziierte Selbsteinschätzung bis zu 123 Mal pro Person abgefragt.

Zwischen den Umfragen lagen jeweils mindestens 30 Minuten. Wie oft und wie intensiv hatten die Teilnehmenden seit der letzten Befragung gelacht? Waren sie dabei allein oder in der Gruppe? Welche stressigen Situationen hatten sich seit der letzten Befragung ergeben und wie wurden diese wahrgenommen? Welche Symptome wurden bemerkt? Der Fragebogen erkundigte sich nach Stressreaktionen, die tagesabhängig auftreten können, wie beispielsweise dem "Kloß im Hals", Bauch- und Kopfschmerzen, Gesichtszuckungen oder Gefühle von Nervosität und Verzweiflung.

Die Angaben aus knapp 5000 Fragebögen wurden dann ausgewertet. Die Forscher wollten herausfinden, inwieweit Stresserleben und Lach-Häufigkeit sowie Stresserleben und Lach-Intensität miteinander im studentischen Alltag korrelieren. Die erste Hypothese bestätigte sich: Je häufiger die Studierenden lachten, umso weniger assoziierten sie Stresssymptome mit belastenden Situationen. Die zweite Hypothese bestätigte sich nicht: Wie stark gelacht wurde, hatte keinen nachweisbaren Einfluss auf das Stressempfinden.

Das junge Forschungsteam rund um Dr. Thea Zander-Schellenberg und Dr. Karina Wahl sieht den Grund darin, dass "Personen ihre Lachhäufigkeit der letzten Stunden besser einschätzen können als ihre Lachintensität". Möglicherweise habe die Stärke des Lachens aber tatsächlich keinen Einfluss auf das empfundene Stresslevel.

Die Versuchsteilnehmenden waren hauptsächlich weiblich (33 von 41). Das Forscherteam wünscht sich nun weitere Versuchsreihen, in denen neben einem höheren Männeranteil auch die Wirkungsdiskrepanz zwischen Lachfrequenz und -intensität genauer untersucht wird und in denen physiologische Stresssymptome mittels Sensoren aufgezeichnet werden, so zum Beispiel der Pulsschlag.

(bsc)