Laserkanone schießt Drohnen ab

Präzise und schnell holen intensive Laserstrahlen kleine Drohnen vom Himmel – und zwar ohne Kollateralschäden.

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Drohne beim Kontrollflug
Von
  • Jan Oliver Löfken

Flugdrohnen schießen spektakuläre Luftaufnahmen, doch für ihren sicheren Flug müssen die Drohnenpiloten zumindest etwas Erfahrung mitbringen. Denn gerät eine Drohne in der Einflugschneise eines Flughafens außer Kontrolle, kann sie zur Gefahr werden.

Auch Überflüge für Spionageaufnahmen sind natürlich unerwünscht. Nicht zuletzt könnten Drohnen dank stetig wachsender Nutzlast auch mit Sprengstoff beladen und für terroristische Anschläge genutzt werden. Gegen diese unerwünschten Multikopter hat nun das französische Unternehmen Cilas in Orléans – Teil der Ariane-Gruppe – eine effektive Laserkanone entwickelt, die kleine Drohnen im Flug abschießen kann.

Bereits vor einigen Monaten konnte das Lasersystem – HELMA-P genannt – seine Präzision unter Beweis stellen. Vom Boden aus nahm der Laser bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnelle Drohnen ins Visier. Das Zielen wurde dabei mit einem Radarsystem unterstützt. Doch auch zwei Kameras – eine für einen Überblick über den Luftraum, eine für den Fokus auf die Drohne – genügen, um Ziele in bis zu einen Kilometer Entfernung anpeilen zu können.

Die Laserstrahlen verfügen derzeit über eine Leistung im einstelligen Kilowatt-Bereich. Doch Laser mit deutlich stärkeren Leistungen stehen in der Entwicklung, um unter anderem auch die Reichweite vergrößern zu können. Im Unterschied zu klassischen Geschossen oder kleinen Raketen verringern die Laser die Gefahr von Kollateralschäden. Denn wird eine Drohne verfehlt, strahlt der Laser ohne weitere Folgen gen Himmel.

An möglichen Einsatzgebieten für diese Laser-Abwehr mangelt es nicht. So könnten Flughäfen ihren Luftraum vor fehlgesteuerten Hobbydrohnen schützen. Aber auch Kraftwerke, Industrieanlagen oder Militärbereiche könnten mit den Lasern Spionage-Drohnen zerstören.

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(bsc)