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Legal Markup Languages für Vertragsabwicklung

Wenn IT-Systeme juristische Vorgänge ausführen, muss die Schnittstelle zum Menschen besondere Voraussetzungen erfüllen. Ricardian Contracts sollen dabei helfen.

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Inhaltsverzeichnis

Ende 2017 wurde der Abschluss der weltweit ersten vollautomatischen, rechtskonformen Kryptowährungsanleihe gemeldet, die vollständig auf einer öffentlichen Blockchain-Infrastruktur abgewickelt wird. Nivaura heißt das dahinterstehende FinTech-Unternehmen aus London. Ein wesentliches Element dieses Projekts: der Einsatz der von Nivaura entwickelten Legal Markup Language (LML). Sie soll Standardverträge in maschinenlesbare Formate umwandeln, um das automatisierte Erstellen, Erfüllen und Durchsetzen von Finanzinstrumenten zu ermöglichen.

Mit einer eigenen Auszeichnungssprache für juristische Vorgänge, insbesondere Verträge, ist es möglich, für Menschen verständliche Texte in Form von Regeln, Anweisungen und dergleichen gleichzeitig in einer maschinenlesbaren Form auszugeben. Wenn dann noch eine Plattform existiert, die Verträge auslesen und verarbeiten kann, steht einer weitgehenden Automatisierung juristischer Abläufe wenig entgegen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

Eine Zusammenfassung findet sich auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite zum “Ricardian Contract“: “Aus rechtlicher Sicht führt die Verwendung von Markup Language, die in ein meist juristisches Prosadokument eingebettet ist, zu reduzierten Transaktionskosten, schnellerer Streitbeilegung, besserer Durchsetzbarkeit und erhöhter Transparenz. Aus technischer Sicht ist der Ricardian Contract ein Software-Designmuster zur Digitalisierung von Dokumenten und deren Teilnahme an Finanztransaktionen, beispielsweise Zahlungen, ohne den sprachlichen Reichtum der Vertragstradition zu verlieren.“

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