Lichtwellenleiter-Grundlagen: So verbinden Sie Glasfasern richtig

Um Glasfasern sauber zu verbinden, braucht man präzises Werkzeug und eine ruhige Hand. Mit günstigen, gebrauchten Geräten gelingt der Einstieg ins Handwerk.

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(Bild: Thomas Kuhlenbeck)

Von
  • Jan Mahn
Inhaltsverzeichnis

Kupfer-Netzwerkkabel mit Steckern oder einem Patchpanel zu verbinden, ist vergleichsweise einfach und schon mit einem Werkzeug-Set für 20 Euro gut machbar. Doch manchmal muss es eben Glasfaserkabel sein – weil die Strecken besonders lang sind, man zwei Gebäude verbinden muss oder mehr Datenrate benötigt, als Kupferkabel zulässt. Eine Übersicht über Verfahren und Standards können Sie in den Artikeln zum LWL-Grundwissen für Admins und Hausvernetzer und zu Steckern und Kabeln nachlesen. Teurer als Kupferkabel sind Glasfaserkabel nicht, der Umgang mit den empfindlichen Fasern ist aber um einiges komplizierter und vor allem um das Verbinden von Fasern ranken sich viele Mythen, beispielsweise "Ohne Hardware für zigtausend Euro kann man diese Fertigkeit, das Spleißen, unmöglich erlernen, daher ist das nur was für einen elitären Kreis".

Dieser Artikel soll mit diesen Mythen aufräumen. Wenn Sie zum Beispiel verstehen möchten, was der Glasfasermonteur Ihres Internetanbieters mit den Fasern genau anstellt, wenn er den lang ersehnten Hausanschluss in Betrieb nimmt. Wenn Sie planen, beruflich oder als glasfaserbegeisterter Heimvernetzer in die Materie einzusteigen, finden Sie nachfolgend pragmatische Tipps, wie der Einstieg in dieses Handwerk mit überschaubaren Kosten gelingen kann.

Schon bei der genauen Bezeichnung der Technik herrscht Unklarheit: Heißt es "spleißen" oder "schweißen"? Beides ist nicht ganz falsch. Der Begriff "Spleiß" hat es aus der Seefahrt in die Telekommunikationstechnik geschafft. Beim ursprünglichen Spleißen werden Taue so verflochten, dass eine stabile Verbindung entsteht; in der Fernmeldetechnik verdrillte man später Kupferadern für eine dauerhafte Verbindung und nannte das ebenfalls Spleiß. Für Glasfasern wurde dieser Begriff einfach übernommen, obwohl diese Verbindungen weder verdrillt noch verflochten werden. Vielmehr werden die Fasern stumpf mit den Stirnseiten aneinander geführt und dann mit einem Lichtbogen zusammengeschweißt. Es ist also nicht falsch, vom "Verschweißen" zu sprechen, in der Fachsprache heißt das Verfahren aber "Spleißen" oder auch "Fusionsspleißen".

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