Liebhaberstücke

In der Fabrik des chinesischen Unternehmens Wmdoll werden Sexroboter zusammengesetzt. Künstliche Intelligenz soll sie noch menschenähnlicher machen.

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Eine von rund 200 Arbeiterinnen im Werk von Wmdoll  montiert den Kopf einer Sexpuppe. Jede Puppe wird von Hand zusammengesetzt.

(Bild: Foto: Aly Song/ Reuters)

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Man muss schon ganz schön abgebrüht sein, um beim Besuch des Werks von Wmdoll im südchinesischen Zhongshan kein leichtes Gruseln zu empfinden. Denn die Sexpuppen, die das Unternehmen herstellt, sind recht lebensecht. Künstliche Intelligenz soll ihnen noch mehr Menschenähnlichkeit einhauchen. Ende 2016 hat Wmdoll die ersten mit KI gesteuerten Puppen auf dem Markt gebraucht – erhältlich ab rund 1500 Euro.

Die KI ist noch sehr beschränkt. Die Puppen bewegen die Augen, den Torso und die Arme und können einfache Gespräche führen – dank einer Dialogsoftware des chinesischen Internetgiganten Baidu. Einige Experten wie der britische Autor David Levy sind jedoch der Meinung, dass Sex und Liebe zwischen Mensch und Roboter schon bald weit verbreitet sein wird. Solche Maschinen würden für „Millionen von Menschen“, die Schwierigkeiten hätten, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, eines der „wichtigsten Probleme in ihrem Leben“ lösen. Andere Experten wie die Robotik-Ethikerin Kathleen Richardson von der Montfort University in Leicester wollen Sexroboter verbieten lassen. Die Maschinen würden ihre User darin bestärken, dass Frauen nur Objekte wären, die jeden Wunsch zu erfüllen hätten, argumentiert sie.

Wmdoll verkauft nach eigenen Angaben 20000 Puppen pro Jahr. Die Bestseller des Unternehmens sind nach wie vor gewöhnliche „Basispuppen“ ohne jede Computertechnik. Von den KI-Puppen hat das Unternehmen bisher nur rund 20 Stück verkauft.

(wst)