Linux-Grafikarchitektur: Wayland etabliert sich, aber X-Server bleiben

Mit Wayland gewinnt eine moderne und sichere Grafik-Architektur für Linux-Desktops stetig an Boden. Dadurch wird die Pflege des X-Servers vernachlässigt.

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(Bild: Andreas Martini)

Von
  • Thorsten Leemhuis
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X11 ist tot, lang lebe X11 – das klingt paradox, beschreibt die Lage in der Linux-Welt aber dennoch akkurat. Dort entwickelt Wayland sich zur tragenden Säule großer Desktop-Umgebungen wie Gnome oder KDE. Damit drängt es den X-Server zurück, mit dem Distributionen viele Jahre die Bedienoberfläche auf den Schirm hievten. X-Server und das von ihnen implementierte X11-Protokoll werden Linux-Anwendern trotzdem in Form eines altbekannten sowie eines halbneuen X-Servers noch lange erhalten bleiben. Der ältere stagniert aber schon, was für Cinnamon, Xfce und kleinere Desktops zum Problem werden dürfte.

Doch zuerst zurück zu Wayland, denn dieser modernere und sichere Baustein für Linux-Desktops macht gerade mehrere bedeutende Entwicklungsschritte. Beim Mitte April 2021 veröffentlichten Ubuntu Desktop 21.04 läuft die Gnome-basierte Bedienoberfläche standardmäßig im Wayland-Modus. Mit Version 17.10 hatte die Distribution das schon einmal gewagt, schwenkte mit Ausgabe 18.04 wieder zum X11-Modus zurück.

Gnome hat in den letzten Jahren viel Feinschliff von seinen Entwicklern erhalten, die sich schon lange enorm für Wayland engagieren. Viele Macken und Eigenarten des Wayland-Modus der Gnome-Shell sind dadurch verschwunden, er läuft dieser Tage deutlich runder. Deshalb wagt Ubuntu Desktop es jetzt erneut. Allerdings bleiben nach wie vor einige Dinge zu wünschen übrig. Beispielsweise unterstützen weder das Wayland-Protokoll noch die Gnome-Shell Bildschirme mit HDR (High Dynamic Range), aber das kann der altbekannte X-Server auch nicht.

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