Mazda lässt sich Wankel-Hybridantrieb schützen

Mazda hat ein – für eine alteingesessene, noch dazu japanische Firma – auf den ersten Blick wildes Patent eingereicht. Der Antrieb für den kommenden Mazda RX-9?

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Wankel oder nicht? Schemazeichnung der Komponenten eines Hybridantriebs von Mazda.

(Bild: Mazda)

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Wer Mazda kennt, kann sich ausrechnen, dass es sich nicht um Hirngespinste handeln dürfte, wenn die Firma einen Antrieb mit Wankelmotor, elektrischen Radnabenmotoren, Lithium-Batterie und Supercapacitors schützen lässt: So könnte ein Sportwagen-Hybridantrieb mit Torque Vectoring aussehen.

Es könnte sich – zumindest in Teilen – um den Antrieb eines kommenden Mazda RX-9-Coupé handeln. Offenbar ist Mazda daran gelegen, den traditionell in seinen RX-Sportwagen gepflegten Kreiskolbenmotor auch weiterhin anbieten zu können. Ohne Hybridisierung ist das bei diesem bekanntermaßen vergleichsweise besonders ineffizienten Verbrennungsantrieb kaum denkbar.

Mazda lässt sich Wankelhybridantrieb schützen (5 Bilder)

Der Mazda RX-VISION von 2016 könnte ein Ausblick auf einen RX-9 sein. Das Bild zeigt die Studie auf dem Concours d'Elegance.
(Bild: Mazda)

Die Einreichung vom neunten April, umgehend entdeckt und schon am 13. April beschrieben vom rührigen japanischen Mazda-Blog T's Media, zeigen ein Fahrgestell mit Antrieb in Längsbauweise mit angetriebenen Hinterrädern, vorn mit einer Doppelquerlenker-Radaufhängung. So baut man heute fast nur noch Sportwagen. Sehr ungewöhnlich sind allerdings die vorderen Radnabenmotoren und die Option auf einen Wankelmotor (ja, die Patentschrift erwähnt ausdrücklich auch Sechszylinder „in V-Anordnung” sowie ein Vierzylinder-Reihenmotor „in Schräganordnung”).

Die Hauptantriebsmotoren, der vordere ein Verbrenner, dann eine E-Maschine anstelle eines Schwungrads, geben ihre Kraft auf eine Kardanwelle ab, die zu einem Getriebe in Transaxle-Anordnung führt. Auch das passt zu einem Sportwagen-Layout, dort soll das Getriebe im Heck die Gewichtsverteilung verbessern helfen.

Nabenmotoren galten bisher – zumal in einem Sportwagen – wegen der Erhöhung der ungefederten Massen als nicht realistisch. Zu groß sind die Abstriche bei der Bodenhaftung durch die Vergröberung des Abtastverhaltens. Mazdas Patent geht jedoch explizit auf diesen Punkt ein:

Die Motoren sind extrem klein und sollen durch Hochvolttechnik mit dünneren und damit leichteren Wicklungen auskommen. Ein Trend, der bereits mit der Umstellung der Fahrzeugelektrik von 6 auf 12 Volt in den 50ern begonnen und seit der Schnelladetechnik für E-Autos der letzten Jahre mit bis zu 800 Volt (bei Porsche) so richtig an Fahrt aufgenommen hat. Im Patent ist von einer gar nicht mal überraschend hohen Spannungslage von 120 Volt die Rede.