Microsoft geht unter die Bauern

Der Softwareriese will in North Dakota zusammen mit lokalen Partnern den "Bauernhof der Zukunft" aufbauen.

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(Bild: Microsoft)

Von
  • Ben Schwan

Die Nahrungsmittelproduktion muss sich ändern – und das schnell. Viele aktuelle landwirtschaftliche Verfahren sind bei näherer Betrachtung nicht nachhaltig, erzeugen zu viel von Klimagasen wie CO2 oder Methan.

Zudem sind sie noch immer nicht effizient genug, um den steigenden Bedarf einer stetig wachsenden Weltbevölkerung zu decken; Hunger ist die Folge. Und nur biologische Bauernhöfe allein werden nicht ausreichen, das Klima zu retten und den Menschen in den Entwicklungsländern genügend zu essen zu geben.

Hilfe kommt aus ungewöhnlichen Lagern – und das sind nicht die klassischen Agrarkonzerne. In seine Ideen, wie die Landwirtschaft zukünftig aussehen könnte, investiert nun ausgerechnet der Softwareriese Microsoft im Rahmen seiner "TechSpark"-Innovationsinitiative immerhin 1,5 Millionen US-Dollar.

(Bild: Photo by Arnaldo Aldana on Unsplash)

Mit dem Projekt "Grand Farm" will das Unternehmen in North Dakota demonstrieren, wie der "Bauernhof der Zukunft" aussehen könnte. Dabei arbeiten der Bundesstaat, lokale Farmer und Unternehmen mit Microsoft zusammen – sowie die Initiative Emerging Prairie, die neue Firmenideen in die amerikanische Provinz holt.

Die Microsoft-Beteiligung legt es nahe: Digitale Verfahren und Big Data sollen dabei zentrale Elemente werden. Zu den Projekten der Grand Farm zählt beispielsweise ein Drohnensystem, mit dem Bauern ihre Weide- und Anbauflächen überwachen können und über die Microsoft-Cloud Azure auswerten.

(Bild: Emerging Prairie)

Die Digitalisierung soll die Landwirtschaft künftig nicht weniger als revolutionieren. Bedarf wäre genug da: Laut Schätzungen von Beratungsunternehmen werden derzeit vielleicht 20 Prozent der bäuerlichen Flächen bereits mit "Digital Agro Tech" beackert.

Der Grund für die Tatsache, dass Microsoft selbst beim Betrieb der "Grand Farm" mithelfen will, ist die Tatsache, dass bisherige Versuche dieser Art oft Fehlschläge waren. "In den Techkorridoren der Westküste, 1800 Meilen entfernt, kommen Techniker, Unternehmer und Risikokapitalgeber auf ihre nächsten Großen Agrotechnik-Ideen. Aber diese Ideen sind viel zu oft zu weit weg von den Bauern, den Ranchern und den Agrarbetrieben, denen sie eigentlich helfen sollen", so Kate Behncken, Microsoft-Vizepräsidentin, in einem Statement. "Bedeutsame Innovation" könne nur entstehen, wenn die "Bauern ein Teil der Lösung sind".

(Bild: Microsoft)

Was das konkret heißt, wird etwa im Projekt "FarmBeats" deutlich, das in der Grand Farm ausgerollt werden soll. Dabei werden KI-Algorithmen für ein "datengetriebenes Farming" verwenden, um menschliches Wissen zu ergänzen. Neben den besagten Dronen werden auch Internet-of-Things-Sensoren, kostengünstige Breitband-Funkverbindungen, Bilderkennung und maschinelles Lernen verwendet. So lassen sich die besten Zeiten für die Aussaat, die Wasserversorgung und das Düngen besser vorhersagen – bis auf genaue Mengenangaben hinunter. Probleme gibt es allerdings noch einige. So fehlt es in den USA in einigen Regionen des ländlichen Raums noch immer an Breitband_Internet.

(bsc)