Militärtechnik: Gedanken lesen für den Krieg

In einem Projekt der US-Militärforschungsbehörde Darpa ­werden Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickelt, die „Drohnenschwärme in ­Gedankenschnelle“ steuern.

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(Bild: Enrico Nagel)

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Im August 2019 saßen drei Doktoranden der Carnegie Mellon University in einem kleinen, fensterlosen Kellerlabor zusammen, um ein Stück Mäusehirn mit Strom anzuregen. Das Hirnfragment aus dem Hippocampus sah aus wie eine feine Scheibe Knoblauch. Sie badete in einer Lösung aus Salz, Glukose und Aminosäuren, was sie in gewisser Weise am Leben hielt: Ihre Neuronen feuerten, und eine spritzenähnliche Metallsonde maß ihre Reaktion.

Ein Monitor zeigte den Forschern Reiz und Reaktion an: Auf Stromstöße der Elektroden folgte Millisekunden später die Zündung der Neuronen. Später positionierten sie ein Material mit den elektrischen und optischen Eigenschaften eines menschlichen Schädels zwischen das Hirngewebe und die Elektroden, um zu sehen, ob sie den Hippocampus auch durch den simulierten Schädel hindurch anregen konnten.

Der menschliche Schädel ist dünner als ein Zentimeter, wobei seine Stärke von Mensch zu Mensch und je nach Region etwas variiert. Er wirkt wie ein Unschärfefilter, der Wellen streut, seien es elektrische Ströme, Licht oder Schall. Dadurch ist es schwer, das Hirn von außen gezielt zu manipulieren. Mit ihren Experimenten wollen die Forscher herausfinden, wie es trotzdem gelingen kann. Denn eine Methode, die ohne Operation am empfindlichen Hirngewebe auskommt, wäre ein riesiger Fortschritt für exakte Gehirn-Computer-Schnittstellen. Sie ließen sich wie ein Helm oder ein Stirnband an- und ablegen. Menschen könnten mithilfe der Gedanken Geräte steuern. Aber natürlich wäre auch der umgekehrte Weg möglich: Befehle von außen direkt in das Gehirn einzuspeisen.

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