Militärtechnik: Militärdrohne LUNA und die automatisierte Bildauswertung

Mit dem LUNA-System orderte die Bundeswehr einen eigens entwickelten unbemannten Aufklärer. Eine automatisierte Bildauswertung zeigt ihr ganzes Potenzial.

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(Bild: Bundeswehr/Andrea Bienert)

Von
  • Arne Grävemeyer
Inhaltsverzeichnis

Diese Bundeswehr-Kameradin hat schon viel gesehen und an allen deutschen Auslandseinsätzen seit 2000 im Kosovo teilgenommen. Sie fliegt meistens allein, über fremd kontrolliertem, oft feindlichem Gebiet. Ihre Ausdauer und ihre Beobachtungsgabe sind seit dem ersten Einsatz Jahr für Jahr gestiegen. Sie ist LUNA, autonome Spähdrohne des Heeres. Laut ihren Kameraden hat sie vielleicht nicht die schönsten Augen der Truppe, aber mit die schärfsten.

Technik-Entwicklung: Bild und Ton

1996 gewann das Unternehmen EMT Ingenieurgesellschaft Dipl.-Ing. Hartmut Euer mbH in Penzberg, Bayern, als Systemhaus für unbemannte Luftfahrzeuge die Ausschreibung zur Entwicklung einer "Luftgestützten Nahaufklärungs-Ausstattung (LUNA)". Bereits 1998 präsentierte der Mittelständler seine Aufklärungsdrohne LUNA X-2000 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin: Ein Motor- und Segelflieger, der mithilfe digitaler 3D-Landkarten Kollisionen mit Bergen und anderen Hindernissen autonom vermeidet und der sogar automatische Aufklärungsmissionen fliegen kann. So startete auf der ILA erstmals ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV, unmanned aerial vehicle) und übertrug Live-Bilder in die Ausstellungshalle.

LUNA war vom Start weg ein elegantes Leichtgewicht. In der ersten Version hatte die einmotorige Propellermaschine aus leichtem Glasfaserkunststoff (GFK) eine Länge von nur 2,24 Meter und eine Spannweite von 4,17 Meter bei einer Höhe von 78 Zentimeter. Ihr Abfluggewicht lag abhängig von der Ausrüstung bei etwa 30 Kilogramm. Standardmäßig trug sie eine abwärts blickende Farbvideo-Zoomkamera. Optional ließen sich schon in der Anfangszeit Wärmebildkameras für Infrarot (IR) mittlerer Wellenlänge oder für kurzwellige IR-Spektralbereiche sowie verschiedene Kameras fürs sichtbare Lichtspektrum auf ein zweiachsiges Kardansystem oder ein stabilisierendes Drei-Achsen-System montieren.

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