Nachhaltige Technologie: CO2 zu Stein

Um die Welt vor einer dramatischen Erwärmung zu schützen, muss das Treibhausgas wieder aus der Atmosphäre heraus. Forscher wollen es in Gestein verwandeln.

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(Bild: Project Vesta)

Von
  • Veronika Szentpétery-Kessler
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Tom Greens Name ist Programm: Er begrünt Strände. Aber nicht mit Bäumen, sondern mit Mineralen: Mit den außerhalb von Fachkreisen kaum bekannten Olivinen möchte er im großen Maßstab CO2 aus der Luft fangen und auf diese Weise den Klimawandel bremsen.

Der Leiter der gemeinnützigen Umweltorganisation Project Vesta hat an einem ungenannten Ort in der Karibik zwei benachbarte Strände zum ersten Testgebiet auserkoren. Auf einem soll noch dieses Jahr gemahlenes Olivin ausgebracht werden. Die Wellen reiben die Körner aneinander, zermahlen sie dabei zu kleinen Körnern mit großer Oberfläche. Bei dieser beschleunigten Verwitterung entstehen Hydroxid-Ionen, die im Meerwasser mit dem CO2 zu Hydrogencarbonat reagieren. Das wiederum dient später Korallen und Schalentieren als Baumaterial. Sinkt ihr Gehäuse dann zum Meeresboden, wird es dort zu Kalkstein und anderen Gesteinen, die das CO2 damit auf Äonen speichern. Frei würde es höchstens durch geologische Aktivität.

„CO2-Emissionen zu reduzieren wird nicht reichen, wir müssen das Gas auch aus der Atmosphäre entfernen“, sagt Green. Selbst wenn jetzt kein zusätzliches CO2 mehr in die Atmosphäre emittiert würde, wäre die weltweite Erderwärmung nicht mehr aufzuhalten, sind viele Forscher und auch die Internationale Energieagentur überzeugt. Auch der Biologe, der sich nach 20 Jahren bei verschiedenen Tech-Unternehmen für den Klimaschutz engagieren wollte, schoss sich nach seinem Wechsel auf Technologien ein, die solche sogenannten negativen Emissionen ermöglichen.

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