Netnews: Kurze Geschichte des Usenet

Länger als 40 Jahre gibt es das Usenet schon und es hat viele Phasen erlebt: Aktuell wird es als Speicherplatz für illegal verbreitete Musik und Filme genutzt.

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(Bild: Graphics Master/Shutterstock.com)

Von
  • Holger Bleich
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Zwar liegt die private Duke University in Durham keine 20 Kilometer Luftlinie entfernt von der staatlichen North Caroline University in Chapel Hill. 1979, vor mehr als 40 Jahren, fand dennoch wenig informeller Austausch zwischen Studierenden der beiden US-Unis statt. Über Schwarze Bretter in den Fakultäten entstanden allenfalls sporadisch Kontakte. "Wir fühlten uns allein und isoliert von anderen Informatikabteilungen", erzählte der damalige Duke-Student Tom Truscott später einmal.

Truscott tat sich deshalb mit seinem Kommilitonen Jim Ellis zusammen. Sie entwickelten 1979 in ihrer Freizeit die Idee, beide Unis zu vernetzen und ein gemeinsames, digitales Schwarzes Brett zu etablieren. Dazu sollten zwei Unix-Rechner über die Telefonleitung (300-Baud-Modems) miteinander verbunden werden. Der befreundete Student Steven Bellovin schrieb eine Software namens "netnews", die Nachrichten über das Unix to Unix Copy Protocol (UUCP) zwischen den Systemen synchronisierte. Die ersten beiden Usenet-Nodes waren geboren.

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Truscott und Ellis wussten zunächst selbst nicht, was auf dem Schwarzen Brett veröffentlicht und diskutiert werden könnte. Sie initiierten dennoch eine Hierarchie, aus heutiger Perspektive in weiser Voraussicht: In "general" sollten lokale Diskussionen landen, in "NET.general" Usenet-weite Themen. Im Laufe der Jahre wuchs diese Hierarchie auf die sieben Hauptstränge comp, sci, soc, talk, rec, news und misc, die sogenannten "Major Seven". 1995 kam noch humanities (für geisteswissenschaftliche Diskussionen) hinzu – die noch aktuell maßgeblichen "Big 8" waren komplett.

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