Neue Corona-Studie: Ohne Maske sind auch drei Meter Abstand zu wenig

Schon bei der Spanischen Grippe setzten Menschen Masken zum Schutz vor Infektionen ein. Eine neue Studie zeigt nun, was deren moderne Formen wirklich bringen.

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Menschen mit Masken – hier Schulkinder.

(Bild: David Tadevosian/shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Im kommenden März jährt sich die Ausrufung der COVID-19-Erkrankung zur Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation WHO schon zum zweiten Mal. Seitdem sind auch die Masken unsere täglichen Begleiter: Waren diese zu Beginn des Corona-Ausbruchs zum Schutz vor Eigen- und Fremdinfektionen noch kaum in der Öffentlichkeit präsent, sind sie spätestens seit Sommer 2020 aus dem öffentlichen Raum nicht mehr wegzudenken.

Die Frage, wie wirksam die Maskenpflicht gegen das Coronavirus hilft, wurde dabei besonders anfangs stark diskutiert. Selbst der renommierte Charité-Virologe Christian Drosten sah noch im April 2020 wenig valide Daten pro Maske, änderte dann aber schnell seine Haltung. Eine neue Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen hat nun überprüft, wie hilfreich Masken in besonders kritischen Situationen des Alltags sind, etwa im – wieder sehr vollen – öffentlichen Personennahverkehr. Dabei konzentrierten sich die Forscher um Institutsdirektor Eberhard Bodenschatz auf die heute üblicherweise verwendeten Lösungen, also FFP2 und OP-Maske.

Im Strömungslabor zeigte sich, dass maskenlose Personen sich nach weniger als fünf Minuten anstecken können, selbst wenn sie sich drei Meter von einer infizierten Person entfernt in deren Atemluft befinden. Das gilt insbesondere für eine hohe Viruslast. Zwar fielen virusreiche Partikel zuvor zu Boden. "Trotzdem haben wir in unserer Studie auch in drei Metern Entfernung noch ein enormes Ansteckungsrisiko festgestellt, wenn man Infizierten mit einer hohen Viruslast, wie sie bei der vorherrschenden Delta-Variante des SARS-CoV-2-Virus auftritt, für ein paar Minuten begegnet und keine Maske trägt", so Bodenschatz.

MaxPlanckSociety

Tragen hingegen sowohl der Infizierte als auch der Gesunde gut sitzende FFP2-Masken oder OP-Masken, reduziert sich das Ansteckungsrisiko erheblich – besonders bei FFP2. Dort betrage das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz kaum mehr als ein Promille. Mit Maske kommt es aber stark darauf an, wie diese sitzt. Problematisch sind hier die Ränder und damit der Wangen- und Nasenbereich. Entsprechend sinnvoll wäre es, wenn Menschen sich hier Rat holen würden, wie Masken sich anpassen lassen – bei Masken zum Arbeitsschutz ist dies üblich. "Eine Maske lässt sich an die Gesichtsform hervorragend anpassen, wenn man ihren Metallbügel vor dem Aufsetzen zu einem abgerundeten W biegt", gibt Bodenschatz einen Tipp.

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Doch trotz der Tatsache, dass Masken nicht selten falsch getragen werden: Sie verringern das Infektionsrisiko dennoch "Denn die Luft, die an den Rändern aus der Maske strömt, wird verdünnt, sodass man nicht die gesamte ungefilterte Atemluft abbekommt", so die Forscher.

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(jle)