Neue Schutzmasken: Es geht auch besser als FFP2

Die Pandemie hat uns alle mehr oder weniger zu Masken-Experten gemacht. Doch die Technik steht eigentlich noch ganz am Anfang, wie ein US-Wettbewerb zeigt.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 334 Beiträge

(Bild: Haris Mm/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

MNS, FFP2, KN95 oder gar FFP3: Über die Dauer der Corona-Pandemie sind wir plötzlich alle gezwungenermaßen zu Masken-Experten geworden, die sich mit diesen Kürzeln auskennen. (Fast) Alle wissen inzwischen, wie man die Masken richtig trägt und einsetzt.

Doch sind die aktuell verfügbaren Masken wirklich der Weisheit letzter Schluss? Ein Projekt des amerikanischen Gesundheitsministeriums (U.S. Department of Health and Human Services, HHS) in Washington meint: keineswegs. Die bei der HHS-Forschungsbehörde Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) angesiedelte "Mask Innovation Challenge" (MIC) hat deshalb dazu aufgerufen, in einem Wettbewerb die "Maske der Zukunft" zu erfinden. Insgesamt 400.000 US-Dollar an Preisgeldern stehen bereit.

Nach dem Start des MIC im Frühjahr 2021 wurden insgesamt 1.500 Vorschläge und Prototypen eingereicht. Diese wurden zunächst auf 40 Finalisten und 10 Gewinner heruntergebrochen – im Rahmen einer Expertenjury, die von der Gesundheitsforscherin Kumiko Lippold, die "Challenge Manager" des Projektes ist, geleitet wurde. Ziel sei es gewesen, ein Produkt zu küren, das besonders sicher ist und einen womöglich sogar besseren Schutz als heutige Masken bietet, gleichzeitig aber komfortabel zu tragen ist. Die Maske der Zukunft solle man am besten dann gar nicht mehr bemerken, weil sie so wenig störe.

Von den zehn Gewinnern, die auf der Website des HHS publiziert wurden, sind vier besonders interessant. Die Produkte stammen übrigens nicht nur von Forschern oder Start-ups, sondern auch von Modefirmen. Eine davon schaffte es auch aufs Siegertreppchen.

Schutzmasken sorgen bekanntermaßen dafür, dass man nicht mehr sehen kann, wie der Mund bewegt wird. Was für Hörende vielleicht unschön ist, wird für Gehörlose zum echten Problem: Sie können nicht mehr Lippen lesen – ein auch bei der Verwendung der Gebärdensprache wichtiges Element.

Hier soll die ClearMask von der gleichnamigen Firma helfen. Ihr ist es gelungen, eine FFP2-Maske (beziehungsweise das US-Äquivalent N95) durchsichtig zu machen. Die Filterleistung ist nicht schlechter als bei undurchsichtigen Masken und eine Massenproduktion ist bereits möglich. Ein Konkurrenzmodell gewann ebenfalls: Der CrystalGuard eines Harvard-Forschers überträgt das Konzept auf eine wiederverwendbare Maske in OP-Qualität.

Sehr modisch ist das Produkt des Jeans-Veteranen Levi Strauss. Die Veil genannte Maske ist vor allem aufgrund ihrer einfachen Herstellbarkeit spannend. Es reichen grundlegende Maschinen aus der Kleidungsproduktion aus, weder Spezialmaschinen noch Spezialkunststoffe sind notwendig. So sollen Masken in N95-Qualität fast an jedem Ort hergestellt werden können, genau wie ein Paar Jeans. Die Investitionskosten seien gering.

Die Readimask wiederum ist ganz auf Komfort zugeschnitten. Sie kommt ohne die ungeliebten Schlaufen aus, die am Ohr ziehen oder für Kopfschmerzen sorgen. Stattdessen wird der flexible Nanotextilfilter mit einem hautfreundlichen Klebstoff am Gesicht befestigt.

Bleibt zu hoffen, dass es die zehn Gewinner tatsächlich ins Produktstadium schaffen.

10 neue Masken-Designs (10 Bilder)

Die Maske von Readimask setzt auf Tragekomfort.
(Bild: Readimask)

(bsc)