No Sports! Triumph Speed Triple 1200 RR

Sie kam überraschend, obwohl die Triumph-Fans schon lange auf ein Sportmotorrad hofften. Triumph nennt das 180 PS leistende Bike "Café Racer-Interpretation".

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Triumph überrascht mit der Sportausgabe der Speed Triple 1200

(Bild: Triumph)

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  • iga
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Miles Perkins, Head of Brand Management von Triumph, hat immer wieder erklärt, dass es keine Nachfolgerin des Supersportlers Daytona 675 geben würde, obwohl die Briten seit 2019 Motorenlieferant der Moto2-WM sind. Lediglich die sündhaft teure Daytona Moto2 765 aus der für Sonderanfertigungen zuständigen TFC-Abteilung wurde vor zwei Jahren in streng limitierter Auflage angeboten.

Doch auch danach wiederholte die Geschäftsführung ihr Statement, dass es keine neue Daytona mehr geben würde. Es schien, als habe Triumph dem siechenden Sportsegment abgeschworen, getreu dem Winston Churchill zugeschriebenen Motto: "No sports!"

Umso überraschender präsentiert Triumph nun die Speed Triple 1200 RR. Nein, Perkins hat nicht gelogen, schließlich bezog sich seine Aussage nur auf die Daytona. Niemand hat damit gerechnet, dass Triumph einen Sportler in der Oberklasse anbieten würde. Die zu Beginn des Jahres vorgestellte neue Speed Triple 1200 RS war ein gewaltiger Sprung nach vorn: 180 PS und 125 Nm aus 1160 cm3 Hubraum, dazu ein Leergewicht von nur 198 kg und ein erstklassiges Fahrwerk. Traditionell ist die Speed Triple ein Streetfighter ohne Verkleidung, breitem Lenker und aufrechter Sitzposition. Ihr Einsatzbereich liegt im urbanen Bereich und auf der Landstraße, für die Rennstrecke ist sie eher weniger geeignet.

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Ein halbes Jahr später schieben die Engländer nun völlig überraschend die Speed Triple 1200 RR nach. Triumph selber bezeichnet sie als "moderne Café Racer-Interpretation", was aber als britisches Understatement eingeordnet werden darf. Sie weist alle Merkmale eines echten Superbikes auf, lediglich ein mittleres Verkleidungsteil oberhalb des Bugspoilers fehlt. Es ist verblüffend, mit wie wenig Änderungen sich ein Streetfighter in ein elegantes Sportmotorrad verwandeln lässt. Die Entwicklungsabteilung verpasste der Speed Triple RS eine knappe Halbschalenverkleidung mit einer flachen Scheibe, einen LED-Rundscheinwerfer und Stummellenker – fertig ist die optische Transformation in den Sportler RR.

Triumph Speed Triple 1200 RR I (6 Bilder)

Mit der Speed Triple 1200 RR gelang Triumph ein Überraschungscoup. Keiner hatte bei der britischen Marke mit einem großen Sportler gerechnet. Triumph selber bezeichnet sie als moderne Café Racer-Interpretation.

Doch auch an das Fahrwerk hat Triumph Hand angelegt und es beweist, wie ernst es den Entwicklern in Hinckley mit der Tauglichkeit für die Rennstrecke ist: Die RR verfügt über ein semi-aktives Smart-EC 2.0-Fahrwerk von Öhlins. Bei der RS gibt es eine per Hand einstellbare Öhlins-NIX30-Gabel und ein TTX36-Federbein – beides gehört zwar schon zur absoluten Oberklasse, aber das elektronisch gesteuerte Fahrwerk toppt die Ausstattung natürlich noch. Der Fahrer kann bei der RR die fünf Modi "Rain", "Road", "Sport", "Rider" und "Track" per Knopfdruck am Lenker anwählen und innerhalb der Modi im fünf Zoll großen TFT-Display zusätzlich die Settings wie etwa Schlupfregelung oder ABS auf die eigenen Wünsche feinjustieren.

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