Öffentliche Verwaltung: Freie Software für die digitale Souveränität

Mit Open-Source-Software soll sich die öffentliche Hand Schritt für Schritt von der Abhängigkeit zu einzelnen Anbietern lösen. Wie realistisch ist die Idee?

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(Bild: Rudolf A. Blaha)

Von
  • Keywan Tonekaboni
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Die Zahlen der an Covid-19 Erkrankten schnellten im Frühjahr hoch und die Gesundheitsämter kamen mit der Rückverfolgung der Infektionsketten kaum hinterher. Daher galt bald eine Tracing-App als Chance, die Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Doch sensible Bewegungs- und Kontaktdaten, gespeichert auf einem Server der Regierung? Eine Horrorvorstellung, nicht nur für eingefleischte Datenschützer. Schnell wurden Forderungen laut nach einem dezentralen, datensparsamen Ansatz, am besten mit Open-Source-Software, um Transparenz zu gewährleisten.

Die Corona-Warn-App wurde als Open-Source-Software entwickelt, um das Vertrauen der Bürger zu gewinnen.

Und dann passierte für viele Aktivisten etwas Überraschendes: Die Regierung hörte zu, nahm die Vorschläge auf und letztlich landete der Code unter der freien Apache-Lizenz und für jeden einsehbar auf GitHub. Weder Chaos Computer Club noch TÜV hatten etwas Grundsätzliches zu beanstanden.

Eine mit Steuergeld finanzierte Software wurde zu einem öffentlichen Gut und die App mit Millionen Installationen ein Erfolg. Durch die offene Lizenz ist der Staat in Zukunft nicht von den Entwicklern SAP und Telekom abhängig und die Bürger haben die Gewissheit, dass mit ihren Daten korrekt umgegangen wird. Das Beispiel zeigt: Open Source kann zu mehr Transparenz, mehr Sicherheit und mehr Unabhängigkeit von Konzernen führen – also die digitale Souveränität stärken. Dabei zeigt das Beispiel Corona-Warn-App, dass man Open-Source-Software einfach bestellen und einkaufen kann, ohne selbst Hand anzulegen.

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