Opel verrät mehr zum Manta mit Elektroantrieb

Der Manta GSe ElektroMOD soll eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit schaffen. Sein größter Makel: Er ist ein Einzelstück und wird es bleiben.

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Opel Manta GSe ElektroMOD

(Bild: Opel)

Von
  • Martin Franz

Es gehört schon ein gewisser Mut dazu, den Manta wiederbeleben zu wollen, auch wenn es nur für ein Einzelstück ist. Opel nutzt die Zugkraft des Namens, um für Elektromobilität zu werben. Nun gibt es endlich ein paar technische Daten, mit denen sich die Marke allerdings kaum ganz nach vorn wagt. Doch als Speerspitze ist er auch nicht gedacht. Vielmehr soll er eine Zusammenführung von alt und neu sein, und das ist im Detail ganz spannend gelöst.

Der E-Motor leistet mit 108 kW minimal mehr als in den Serienmodellen, die Stellantis mit diesem Antriebsstrang in so vielfältigen Formen in diversen Modellen von Opel, Peugeot, Citroën und DS anbietet. Im ersten Manta war bei 77 kW zumindest ab Werk Schluss. Deutlich mehr wurde nachträglich hinzugefügt, wobei der ab 1975 gebaute, zweite Manta wie kaum ein anderes Auto für diese Art der Nachbesserungen berühmt wurde.

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Im Opel Manta GSe ElektroMOD, wie das Einzelstück offiziell heißt, baut Opel sogar ein originales Viergang-Getriebe ein. Der Fahrer hat die Wahl, die vier Gänge zu nutzen oder gleich in den höchsten zu schalten – denn wirklich nötig ist eine so feinstufige Übersetzung bei einem Elektroauto ja nicht. 255 Nm bietet der E-Motor gewissermaßen ab der ersten Umdrehung auf, also über 100 Nm mehr als im Manta GT/E in der Spitze bot. Angetrieben werden beide über die Hinterräder.

Die Batterie hat einen Energiegehalt von 31 kWh, was für aktuelle Verhältnisse eher wenig ist. Im Corsa-e sind es brutto 50 kWh. Opel verspricht, dass der E-Manta eine mittlere Reichweite von 200 km, lässt allerdings offen, unter welchen Bedingungen – eine Studie muss schließlich nicht zertifiziert werden. Zurückhaltend bleibt auch die maximale Ladeleistung: Über ein dreiphasiges Ladegerät kommen bestenfalls Neun Kilowatt ins Auto.

Auch im Innenraum gibt es eine Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit. Das schöne Dreispeichen-Lenkrad aus der Vor-Airbag-Ära wurde neu bezogen und mit einer 12-Uhr-Markierung versehen. Dahinter befindet sich das Armaturenbrett aus dem aktuellen Opel Mokka. Klassische Rundinstrumente in angedeuteten Röhren sind passé, stattdessen gibt es großformatige Bildschirme – auf denen dann auch wieder Rundinstrumente abgebildet werden. Zwischen den Sitzen ist eine Bluetooth-Box von Marshall befestigt. Angesichts des modernen Infotainmentsystems im Armaturenbrett erscheint das etwas überreichlich Retro-Klischee, passt aber andererseits zu den Fensterkurbeln. Die sind in Neuwagen ja auch kaum noch zu finden.

Opel Manta GSe ElektroMOD (13 Bilder)

Der Manta GSe ElektroMOD ist keine Neuinterpretation eines Klassikers, sondern ein Umbau des Originals.

Ein Serienmodell des Manta GSe ElektroMOD ist nicht zu erwarten, was jene bedauern werden, die mit der Formgebung von aktuellen Autos nicht so recht warm werden. Aber wer weiß: Vielleicht bekommt Opel auf die Studie derart viel positive Resonanz, dass ein bezahlbares, kleines Coupé mit E-Antrieb irgendwann folgt. Schließlich müssen nicht alle Marketingideen regelmäßig neu erfunden werden.

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(mfz)