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Ozeanreinigung startet mit Problemen

Das Team um einen Niederländer versucht die Weltmeere von Plastikmüll zu befreien. Wie gut das funktioniert, ist unklar – und auch sonst häuft sich Kritik.

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Wie The Ocean Cleanup die Ozeane reinigen will

(Bild: The Ocean Cleanup)

Die Röhre ist 600 Meter lang, besteht aus verdichtetem Polyethylen und treibt auf der Wasseroberfläche. An ihr hängt ein Vorhang aus dicht gewebtem Kunststoff drei Meter tief unter Wasser. System 001, Spitzname Wilson, heißt die Konstruktion, die Treibmüll vor sich herschieben und zwischen den Röhrenauslegern einsammeln möchte. Drei Monate lang hatte der erste, voll einsatzfähige Prototyp des Meeresreinigungsprojektes The Ocean Cleanup Plastikmüll im Pazifik gesammelt – dann war unfreiwillig Schluss.

Erst bewegte sich das Sammelsystem teils langsamer als der treibende Abfall mit der Strömung auf hoher See. Dadurch sammelte es weniger Treibmüll als ursprünglich geplant. Auch nachträgliche Optimierung durch begleitendes Personal konnte das Problem nicht beheben.

Dann fielen Ende Dezember 2018 bei einer Inspektion Schäden auf, die sich auf hoher See nicht beheben ließen. Eine 18 Meter lange Endsektion hatte sich von der Röhre gelöst – als Ursache vermutete man Materialermüdung. Weder Schwimmkörper noch sonstige Elemente seien beschädigt, nur die Verbindung zum restlichen System. Gefahr für Personal oder Meeresfauna gebe es nicht. Da die Sektion jedoch so nicht sinnvoll nutzbare Sensor- und Kommunikationsausrüstung trägt, wird System 001 vorerst in den Hafen von Honolulu geschleppt. Mit auf die Rückreise gehen gut zwei Tonnen Müll, darunter einige "ghost nets" – herrenlose, oft tonnenschwere Fischernetze.

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