PSD2: So geht es mit den Banking-Schnittstellen weiter

Gerüchten zufolge stehen beliebte Homebanking-Schnittstellen vor dem Aus. Die können wir teilweise entkräften. Und der Ausblick stimmt sogar etwas optimistisch.

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(Bild: Albert Hulm)

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Wie steht es um die Finanzen? Unser fiktiver Nutzer verwendet dafür gerne einen Assistenten auf dem Smartphone. Das kann dann so ablaufen: Die App aktualisiert Umsätze und Salden bei Bank A. Bei Bank B sind bereits mehr als 90 Tage seit der letzten Abfrage des zweiten Faktors beim Login vergangen. Also muss der Nutzer die TAN-App von Bank B öffnen, sich die TAN merken und beim Finanzassistenten eintippen. Bei manch anderer Bank müsste er das bei jedem Login tun.

Bei Bank C könnte er einen Foto-TAN-Code angezeigt bekommen. Laut Finanzassistenten-App hat die zugehörige TAN-App von Bank C aber kein Push-Verfahren für Multibanking-Apps. Da niemand sein Smartphone mit seinem Smartphone abscannen kann, muss der Nutzer den Code mit einem anderen Gerät abfotografieren und dann vom Bildschirm dieses anderen Geräts einlesen. Immerhin hat er danach 90 Tage Ruhe. Seine Freundin, die eine andere App nutzt, kann sich den Code mittlerweile auf ihrer Apple Watch anzeigen lassen. Unser fiktiver Nutzer verwendet allerdings Android.

Bei Bank D würde nicht einmal das helfen: Will der Nutzer die TAN abrufen, öffnet die TAN-App der Bank auf dem Smartphone konsequent die bankeigene Banking-App und versucht, dort die TAN zu übergeben. Hier helfen nur ein externer TAN-Generator oder eine SMS-TAN. Die Verbindung von Sicherheit und Komfort, die die Zweite Europäische Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) nach dem Willen ihrer Schöpfer bringen sollte, ist dieses nicht unrealistische Szenario definitiv nicht.

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