Pegasus: Der Spion, der auf das iPhone kam

Monatelang waren Nutzer von Apples wichtigsten Geräten akut gefährdet, ausspioniert zu werden. Die technischen Hintergründe lesen sich wie ein Krimi.

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Von
  • Ben Schwan
  • Mark Zimmermann
Inhaltsverzeichnis

Im Sommer 2021 veröffentlichte das journalistische Projekt „Forbidden Stories“ in Zusammenarbeit mit Amnesty International eine Liste von mehr als 50 000 Telefonnummern, die offenbar von Kunden der NSO Group mithilfe von deren Malware ausgespäht wurden. Bei der NSO Group handelt sich um ein israelisches Technologieunternehmen, das hauptsächlich Software und Überwachungstechnologie für die Fernüberwachung von Smartphones entwickelt und diese an staatliche Stellen verkauft.

Es ist schon seit mehreren Jahren regelmäßig in den Schlagzeilen. Die ersten Berichte hatten dabei noch nicht aufgezeigt, woher diese geleakte Liste stammt – und was es mit den Telefonnummern und den dahinterliegenden Telefonen auf sich hat.

kurz & knapp
  • Die Spyware Pegasus vom Hersteller NSO Group wird von Diktaturen wie demokratischen Staaten eingesetzt.
  • Das Tool dient der sogenannten „Lawful interception“, legt bei Betroffenen aber das gesamte iPhone-Leben offen.
  • Sogenannte Zero-Day-Sicherheitslücken wurden gleich mehrfach ausgenutzt – und dürften auch in Zukunft auftreten.
  • Apple äußerte sich lange nicht zur Sicherheitslage, wiegelte ab, agierte spät.

Die NSO Group teilte in einem Statement mit, dass ihre Software, die den Namen Pegasus trägt, ausschließlich für den Einsatz gegen Kriminelle und Terroristen gedacht sei. Ferner würde sie nur dem Militär, den Strafverfolgungsbehörden und den Geheimdiensten von Ländern verkauft, die eine positive Menschenrechtsbilanz aufzeigen. Die NSO Group fügte hinzu, dass sie „weiterhin alle glaubwürdigen Missbrauchsvorwürfe untersuchen und entsprechende Maßnahmen ergreifen“ werde.

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