Peloton versus Zwift

Fitnesstraining in den eigenen vier Wänden boomt. Für das Training auf dem Rad kommt man an Zwift und Peloton nicht vorbei.

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Bei Peloton feuert der Instructor über das Tablet an.

(Bild: Peloton)

Von
  • Andreas Gaulke

Zu Peloton gehört eigentlich ein Rad mit integriertem Monitor, das Peloton Bike. Da Peloton derzeit mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hat, kann ich es nicht ausprobieren. Aber trainieren kann ich auch mit meinem smarten Rollentrainer – dazu muss ich mir nur die Peloton-App herunterladen und mein Tablet ans Rad montieren. Die App bietet Spinning für Zuhause. Ich kann aus einer Vielzahl von Online-Workouts wählen, live oder on demand.

Bei den Live-Workouts sieht der Instructor meine Leistung. Ich fühle mich dabei wie im Fitness-Studio, es läuft Musik, ich sehe die Leistung der anderen Kursteilnehmer und kann mich mit ihnen messen.

Der andere große Anbieter für Indoor-Cycling ist Zwift. Zwift ist eine reine App ohne Hardware, die für viele Plattformen (Windows, iOS, Android) zur Verfügung steht. Auch dafür braucht man – wie für Peloton-ohne-Peloton-Rad – einen mit dem Rennrad verbundenen Smart-Trainer. Zwift berechnet dann aus meiner Trittfrequenz und Leistung die Geschwindigkeit, mit der ich unterwegs bin. Ein Algorithmus passt über Gewicht und Größe, verschiedene Radparameter, den Straßenbelag in der virtuellen Welt sowie Steigung oder Gefälle das Tempo der Fahrer realistisch an.

Das macht den Unterschied zwischen den Systemen deutlich: Zwift ist keine Instructor-gesteuerte Spinning-App wie Peloton, sondern hier geht es um Radsport – virtuelle Welten, die eigens für Radfahrer (und Läufer) geschaffen wurden. In der fiktiven Welt „Watopia“ gibt es Gebirge, Strände, einen Vulkan, Urwälder, Wüsten und Unterwasser-Tunnel, alle mit einem Straßennetz verbunden, das die Zwifter sich nicht mit Autos teilen müssen. Ich kann durch die virtuellen Nachbauten auch unterschiedliche Radsport-Großereignisse fahren. Dabei sehe ich die Avatare aller Zwifter, die sich zeitgleich auf diesen Strecken aufhalten, und kann mit ihnen interagieren, an Events, Gruppenfahrten, Workouts oder Rennen teilnehmen.

Der Clou: Zwift steuert den Widerstand des Smart-Trainers passend zum Szenario. Dadurch tut eine Steigung tatsächlich genauso weh wie im echten Leben.

Beide Fitness-Apps machen viel Spaß. Wenn ich mich wie im Fitness-Studio gemeinsam mit anderen auspowern möchte und die Motivation eines Instructors brauche, ist Peloton sicher die richtige Wahl. Zwift ist eher die App für Radsport-Nerds wie mich, die gemeinsam mit tausenden anderen Radsportlern in einer eigenen Welt ohne Autos, ohne Kälte und mit nur virtuellem Regen fahren wollen– ein Traum!

Produkt: Peloton-App
Hersteller: Peloton
Preis: 12,99 Euro pro Monat

Produkt: Zwift-App
Hersteller: Zwift

Preis: 14,99 Euro pro Monat

Andreas Gaulke ist Rennradfahrer und -trainer mit Herzblut, hat es aber im norddeutschen Winter dennoch gerne virtuell warm, trocken und bergig.

(bsc)