Plagiatchecker: Analyse-Tool mit begrenzten Möglichkeiten

Tools gegen Plagiate haben längst die Unis erobert, aber Forscher warnen vor zu viel Technikgläubigkeit. Unser Test zeigt Schwachstellen für Plagiatchecker auf.

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(Bild: Albert Hulm)

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Viele Dozenten versprechen sich technische Unterstützung bei der Begutachtung von eingereichten wissenschaftlichen Texten. Plagiatchecker sind an Hochschulen weit verbreitet und selbst an Schulen wächst das Interesse, in Deutschland beispielsweise, wenn es um die Kontrolle der Facharbeiten von Abiturienten geht. Doch in aller Regel können die Tools lediglich Textvergleiche anstellen und Wort-für-Wort-Übertragungen entdecken, semantische Analysen finden höchstens in Ansätzen statt. Wenn Kopierer ihre Arbeit aktiv verschleiern, sind sie mit Softwaretechnik kaum zu überführen.

Außerdem habe sich die Erkennungsleistung der angebotenen Plagiatchecker in den vergangenen zehn Jahren nicht spürbar verbessert, wie Forscher der Arbeitsgruppe TeSToP (Testing of Support Tools for Plagiarism Detection) in ihrer jüngsten Vergleichsstudie im Februar 2020 enttäuscht feststellen. In TeSToP engagieren sich Mitglieder des European Network for Academic Integrity (ENAI). Die ENAI-Studie testete mit plagiierten Texten in acht europäischen Sprachen die Erkennungsleistung von 15 Software-Plattformen. Zusätzlich haben wir drei Anbieter aus Deutschland, Docol@c, PlagAware und PlagScan, mit einer zusammenkopierten Hausarbeit auf die Probe gestellt.

Tatsächlich basieren die Plagiatchecker in der Regel auf Eins-zu-Eins-Vergleichen und der Unterstützung von Suchmaschinen. "Google hat seine Search API vor Jahren eingestellt. Wir haben lange mit Yahoo gearbeitet, heute nutzen wir Bing", berichtet Markus Goldbach, CEO des Anbieters PlagScan. Auf Bing setzen auch Docol@c und PlagiarismCheck.org. Andere Anbieter lassen sich an dieser Stelle nicht in die Karten sehen.

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