Probefahrt im neuen Peugeot 208 Rally 4

Seit Jahrzehnten im Rallyesport aktiv unterhält Peugeot eine eigene Serie für Nachwuchsfahrer. Für sie ist der neue Peugeot 208 Rally 4 gedacht.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 7 Beiträge

Der Peugeot 208 Rally 4 will einen Einstieg für den Rallye-Nachwuchs bieten. Er ist teuer, fährt sich aber ganz unkompliziert.

(Bild: Peugeot)

Von
Inhaltsverzeichnis

Erst ein Blick auf die Details und eine Probefahrt erschließen, warum der Rallye-Kleinwagen so teuer ist. Denn äußerlich unterscheidet den Peugeot 208 Rally 4 wenig von der Serienversion, dem erfolgreich gestarteten Peugeot 208, der auf Wunsch auch als Elektroauto erhältlich ist. Zunächst fallen die Abluftschlitze auf der Motorhaube und eine Hutze auf dem Dach auf. Markant sind auch die besonders leichten Rennsportfelgen aus Magnesium mit ihrem weißen Schutzlack, die Funkantenne auf dem Dach und der umfangreiche, innen eingebaute Überrollkäfig, den man sogar von außen erkennt.

Im Innenraum hat der Peugeot Rally 4 mit dem Serienmodell allerdings ganz offensichtlich gar nichts mehr gemein. Armaturenbrett, Verkleidungen, Teppiche und Sitze des Serienautos sind verschwunden, auch, um das Gerät auf 1080 Kilogramm herunterzubringen. Stattdessen die leichten Sparco-Rennschalensitze für Fahrer und Beifahrer, ein Lenkrad mit Wildlederbezug, Tripmaster sowie ein paar Taster für die wichtigsten Fahrzeugeinstellungen, wo sich sonst der Navigationsbildschirm befindet.

Geschaltet das sequenzielle Fünfgang-Getriebe von Sadev mit einer mächtigen Stange zwischen den Sitzen. Die zweite ist der Handbremshebel. Seine Länge gibt dem Fahrer gleichzeitig genügend Kraft für die Bremse, um den Wagen in Kurven schräg anzustellen. Um auch das Gefühl für die Bremse und die Dosierbarkeit zu verbessern, wird die Handbremskraft nicht, wie sonst üblich, per Bremsseil übertragen, sondern hydraulisch wie bei der Betriebsbremse.

Peugeot 208 Rally 4 (9 Bilder)

Außen unterscheiden sich die Rally 4-Versionen vor allem durch eine Lufthutze am Dach und die Luftauslässe auf der Haube. 
(Bild: Peugeot)

Große Veränderungen bekam der Peugeot 208 Rally 4 auch unter der Motorhaube. Arbeitete beim Vorgängermodell 208 Rally 2 ein 1,6 Liter große Vierzylinder-Sauger, so bekam der Rally 4 erstmals einen aufgeladenen Motor. Mit der neuen Plattform unterscheidet sich der R4 vom R2 durch den 1,2 Liter Dreizylinder mit Turboaufladung. Dass der Hubraum auf 1,3 Liter beschränkt wurde, passt – zufällig oder nicht – recht genau zum neuen Reglement der Serie. Der Motor im Rally 4 kommt mit einem vergrößerten Turbolader und einer programmierbaren Motorsteuerung von Magneti Marelli nun auf 208 PS statt 180, das maximale Drehmoment stieg von 119 auf 290 Nm. Der Dreizylinder erreicht es bei 3000/min.

Statt der am Serienfahrzeug montierten Radialreifen hat der 208 Diagonalreifen in der Dimension 19/63 x 17 auf 7Jx17 Felgen respektive 16/64 x 15 auf 6Jx15-Felgen. Die Bereifung ist so ausgesucht, dass der Wagen schnellstmöglich aus der Balance und in die Kurve gedreht werden kann. Die Bodenhaftung unterstützen Dämpfer von Öhlins, deren Zug- und Druckstufe sich je nach Straßenverhältnissen dreifach einstellen lässt. Besonders leichte Magnesiumfelgen verringern die ungefederten Massen und verbessern damit die Bodenhaftung. Da nicht immer beide Räder gleichmäßig greifen, verhindert ein automatisch bremsendes Differenzial den Traktionsverlust.

Damit erst möglichst spät vor den Kurven gebremst werden kann, hat Peugeot vorn Vierkolben-Bremssättel eingebaut, die auf Straßenkursen auf eine 330 Millimeter-Scheibe wirken, für geringere Bremskräfte auf unasphaltierten Kursen jedoch nur auf eine mit 290 mm. Hinten sind die Scheiben unter den Zweikolben-Sätteln immer 290 mm groß.