Ökologisch auf dem Wasser, Elektronik ohne Kohlestrom

Das GS4-Boot ist nur mit Sonnenstrom unterwegs. Mit der Joos-Batterie lassen sich Gadgets klimaschonend laden.

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Von
  • Ben Schwan

Zwei Neuheiten für Technologie-Enthusiasten im TR-Kurzcheck.

Tagesauflug mit Sonnenstrom

Solarboote sind als Ausflugsschiffe mittlerweile sehr beliebt, verursachen sie doch nicht den Diesel- und Benzingestank anderer Motorschiffe. Allein mit der Reichweite haperte es bislang – gab es nicht genug Sonne, wurden die Akkus zu schnell leer. Das italienische Start-up Garda Solar hat das Problem nun mit einer besonders effizienten Photovoltaikanlage in Verbindung mit einer starken Batterie gelöst, mit der die Passagiere besonders weit kommen sollen.

Das vier Meter lange Boot eignet sich für maximal vier Personen (Traglast: 400 Kilogramm) und soll einen ganzen Tag lang unterwegs sein können. Ein 1000-Watt-Motor in Verbindung mit einer 5-kWh-Batterie und Solarzellen, die eine Watt-Peak-Leistung von 250 Watt versprechen, machen es möglich. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei fünf Knoten, das Gewicht des Bootes ohne Besatzung bei 250 kg. Verbaut wird unter anderem hochsteifes Polyethylen. Ein spezieller Hohlkörper soll das Schiff besonders sicher machen.

Garda Solar will sein Ausflugsboot in mehreren Versionen anbieten – für die Küsten- oder Seeschifffahrt genauso wie für längere Trips. Preislich rechnet Verkaufschef Alberto Zanoli mit Kosten von unter 10.000 Euro. Die Firma betont, dass alle verbauten Materialien anschließend recycelt werden können. Auch die Steuerung der Boote ist neuartig: Statt über das übliche Ruder fährt der Solarschiffsführer mit einem kleinen Joystick. Bis zu 60 Stück im Jahr will Garda Solar von seinem Boot bauen, wenn die Nachfrage es hergibt.

Produkt: GS4
Anbieter: Garda Solar
Preis: unter 10.000 Euro


Smartphone und Tablet klimaschonend geladen

Wir verwenden immer mehr mobile Geräte, deren Batterien Tag für Tag nach Energie lechzen. Wer diesen Ladevorgang CO2-frei gestalten will, kann für Geräte mit USB-Schnittstelle nun zur Orange-Stromversorgung von Joos greifen. Das ungefähr DIN-A5-große Ladegerät enthält monokristalline Solarzellen mit einer Anti-Reflexions-Schicht aus Siliziumnitrid. Die Peak-Watt-Zahl liegt zwischen 2,4 und 2,6 Watt, mit Reflektoren und je nach Breitengrad bei 4 bis 5,2 Watt.

Eine eingebaute 5400 mAh-Batterie mit 20 Wattstunden nimmt die Energie auf, sie soll dank Lithium-Ionen-Polymer-Technik immerhin 1000 Zyklen durchhalten und kann danach ausgetauscht werden, um die Zellen weiter zu benutzen. Interessant: Die Steuereinheit im Ladegerät lässt sich über eine Web-Anwendung oder eine eigens entwickelte App (für iPhone und iPad demnächst erhältlich) auslesen, um Management-Informationen wie den Ladezustand oder die Batteriegesundheit abzufragen. Das Gewicht ist mit 680 Gramm noch erträglich, mitgeliefert wird eine kompakte Tragetasche.

Zur Nutzung lässt man das Orange-Joos-Ladegerät zunächst in der Sonne. Ein schneller Vorgang ist das allerdings leider nicht: Bei guter Bestrahlung ist der Akku in immerhin 10 Stunden aufgeladen. Bei Wolken und schlechtem Lichteinfallswinkel dauert es erfahrungsgemäß noch länger. Danach soll die Energie aber ausreichen, um ein leeres iPad auf bis zu 65 Prozent Ladestand zu bringen. Dank Akku geht die Energie auch nicht verloren, so dass man in kleinen Dosen nachladen kann. Kleinere Geräte mit weniger Strombedarf lassen sich auch gleich voll aufladen. Joos verspricht eine hohe Stabilität des Gehäuses: Es verträgt unter anderem Spritzwasser und wurde im Versuch ohne irgendwelche Schäden in Flüssigkeiten eingetaucht.

Produkt: Orange
Anbieter: Joos
Preis: 129 Dollar (bsc)