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Projekt Time Machine: Europas Kunst und Architektur digital erleben

Im Projekt Time Machine haben Forscher Wege gefunden, Kunst und Kultur zu digitalisieren und sogar fragile Handschriften in geschlossenen Büchern zu scannen.

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Wird Assassin’s Creed bald in Dresden fortgesetzt? Der Spieler würde durch die historisch korrekte, fotografisch detailreiche Kulisse der sächsischen Metropole Mitte des 19. Jahrhunderts streifen, vorbei an Frauenkirche, Semper-Oper und durch die Nebengebäude des Zwingers. Die Spielehersteller könnten korrekte Modelle mit zeitgenössischen Fotos als Texturen nutzen. Die eingescannten Fotos erlauben stellenweise eine Handlung von 1849 bis in die heutige Zeit.

Möglich wird so etwas durch das EU-geförderte Time-Machine-Projekt, dessen Ziel darin besteht, Methoden zu entwickeln, um europäische Kunstwerke zu digitalisieren und einer möglichst breiten Öffentlichkeit verfügbar zu machen. Katastrophen wie der Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor zehn Jahren oder der Brand der Notre Dame Mitte April zeigen, wie wertvoll ein digitales Archiv von Kunst, Architektur und historischen Schriftsätzen sein kann. Ein digitaler Fundus des europäischen kulturellen Erbes lässt sich mit wenig Aufwand kopieren und verteilt sichern. Darüber hinaus eröffnen online zugängliche Werke eine Reihe neuer Anwendungen etwa in der Bildung, im Tourismus oder eben für Action-Adventures.

Bisher sind 382 Hochschulen, Bibliotheken und Archive sowie Softwarefirmen Teil des Time-Machine-Konsortiums; darunter auch der Publisher Ubisoft – aus diesem Haus stammt das eingangs erwähnte Assassin’s Creed. Verschiedene Gruppen scannen Kunst- und Kulturobjekte dreidimensional, tüfteln an der Erkennung historischer Handschriften oder versuchen, sehr alte Dokumente und Briefe per Computertomografie zu entziffern, ohne sie dafür zu entfalten.

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