Quantencomputing: Gefahr für traditionelle Verschlüsselungsmethoden?

Euphorische Medienberichte erwecken den Eindruck, mit dem Quantencomputing seien Kryptografieverfahren wie RSA bald obsolet. So ist der Stand wirklich.

Lesezeit: 11 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 3 Beiträge
Von
  • Dr. Reinhard Wobst
Inhaltsverzeichnis

Quantencomputer arbeiten zwar völlig anders als herkömmliche, doch nach wie vor mit Bits als Informationseinheiten – den Quantenbits, kurz Qubits. Die kann man sich als Messpunkte in einem System vorstellen, die beim Auslesen wie beim herkömmlichen Computer die Werte 0 und 1 annehmen können. Welchen Wert sie vor der Messung haben, lässt sich nicht ermitteln, es gibt nur Wahrscheinlichkeiten dafür.

Noch schwieriger zu veranschaulichen ist die Verschränkung oder das Entanglement mehrerer Qubits: Die Zustände der Teilchen erscheinen ohne zeitliche Verzögerung miteinander korreliert, was den Erfahrungen unserer Alltagswelt auf krasse Weise widerspricht. Albert Einstein sprach von einer "spukhaften Fernwirkung".

Schwerpunkt Quantencomputing

Ein System von zum Beispiel zehn verschränkten Qubits wird als Ganzes von außen beeinflusst. Da alle 210 = 1024 Zustände der Qubits möglich sind, "rechnet" man mit all diesen Zuständen gleichzeitig. Die Kunst besteht darin, diese Beeinflussung in mehreren Schritten derart zu steuern, dass die gesuchte Kombination von Werten oder eine aussagefähige "Summe", genauer: die Interferenz, dieser Qubits nach den Transformationen übrig bleibt, sich also beim Messen zeigt oder wenigstens am wahrscheinlichsten ist.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, MIT Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 12,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+