Raketendesign mit Leap Motion

Das Weltraum-Start-up SpaceX nutzt den neuartigen Bewegungssensor in seinem Gestaltungsprozess.

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Von
  • Rachel Metz

Das Weltraum-Start-up SpaceX nutzt den neuartigen Bewegungssensor in seinem Gestaltungsprozess.

Der Leap-Motion-Sensor, mit dem man jeden PC um eine Handgestensteuerung erweitern kann, ist ein schönes Stück Technik (siehe TR-Ausgabe 06/13). Allerdings geht sein praktischer Nutzen bislang über – in der Tat beeindruckende – Demonstrationen und Spiele kaum hinaus. Elon Musk, seines Zeichens Chef des Elektroautoherstellers Tesla und des Weltraum-Start-ups SpaceX, hat nun gezeigt, dass sich mit dem 3D-Sensor durchaus interessante Möglichkeiten auch für komplexe Anwendungen ergeben.

In einem Video demonstriert Musk, wie das funktionieren kann. Darin sind mehrere Angestellte von SpaceX zu sehen, wie sie mit dem Leap Motion Darstellungen von Raketenteilen manipulieren, im Raum drehen und bearbeiten. Dabei nutzen sie verschiedene Bildschirmtechnologien – darunter auch das Virtual-Reality-Headset Oculus Rift, mit dem sich Grafiken direkt auf die Netzhaut beamen lassen.

In dem Clip ist unter anderem dargestellt, wie einer der SpaceX-Experten an der Einfassung eines Kälteventils für eine der Raketen der Firma arbeitet. Musk zufolge klappt das in der Praxis gut. "Man kann wirklich seine Intuition nutzen und aus etwas, das nur im eigenen Kopf existiert, ein greifbares Modell erstellen", sagt er. Das gehe wesentlich einfacher als mit älteren Methoden, die SpaceX zuvor verwendet habe.

Beim Design allein muss es zudem nicht bleiben: Das fertige Modell kann später auch mit einem 3D-Printer, der Metallteile per Laser bearbeitet, ausgedruckt werden, damit die Entwickler es auch in natura anfassen können.

Es ist unklar, ob SpaceX die Leap-Motion-Sensoren tatsächlich tagtäglich einsetzt oder es sich derzeit nur um Versuche handelt – das Raketendesign wäre zumindest die bislang fortschrittlichste Nutzung der Technik. Das Beispiel zeigt jedenfalls deutlich, was mit einer 3D-Gestensteuerung möglich sein kann, wenn sie zuverlässig funktioniert. Leap Motion erkennt unter anderem jeden Finger der Hand einzeln. (bsc)