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Reingeschaut: IM-me Messenger

Keyboard, Display und ein Funkchip – der IM-me-Messenger war einst Kinderspielzeug, avancierte aber für einige Zeit zum Bastelliebling in der Hacker-Gemeinde.

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Bauteile des IM-me Messenger

Wie genau wir in den Besitz dieser lila Messenger gekommen sind, wissen wir nicht leider nicht mehr. Ihren urspünglichen Zweck können sie auch nicht mehr erfüllen. 2007 vorgestellt – also im gleichen Jahr wie das ersten iPhone –, sollten die Geräte von Spielzeughersteller Mattel das Instant Messaging (IM) sicherer machen. Die Besitzerinnen mussten dafür online gehen, den IM-me-Messenger installieren, einen USB-Stick an den Rechner stecken, um schließlich über eine Funkverbindung den Blackberry-Looakalike nutzen zu können. Wenig überraschend setzte sich das System als Kinderspielzeug nicht durch. Stattdessen fand es ab Ende 2009 neue Fans in der Hacker-Gemeinde, die nach Reverse Engineering ausführliche Dokumentationen, erste Programme und sogar ein Betriebssystem namens PinkOS erstellte.

Mit einem QWERTY-Keyboard, beleuchtetem LC-Display mit 8 × 24 Pixeln und Piezo-Buzzer bietet die Konsole beste Voraussetzungen, als Entwicklungsplattform zu dienen. Das Board arbeitet mit dem Mikrocontroller CC1110F32 von Texas Instruments, der auf dem Prozessor 8051 basiert und 32 kB Flash-Speicher und 4 kB RAM mitbringt. Er funkt auf 500 MHz. Auf der Board-Rückseite befindet sich ein Debug-Port, der mit einem Arduino verbunden werden kann und mit geschlossenem Gehäuse zugänglich ist.

Unten auf der Rückseite sind die fünf Pins des Debug-Ports herausgeführt.

Mit Hilfe des GoodFETs, einem Open-Source-JTAG-Adapter zum Programmieren und Debuggen von Mikrocontrollern, kann der IM-me mit neuer Firmware bespielt werden. Die ersten Programme waren ein Morsezeichensender und ein Zufallsgenerator. Eine weitere Anwendung ist ein visueller Spektrum-Analyzer, der Frequenzen zwischen 281 und 361, 378 und 481 sowie 749 und 962 MHz überwacht. Windows-Nutzer können mit der Software Remote Control den IM-me als Eingabegerät für die Kommandozeile nutzen sowie den inzwischen eingestellten Mediaplayer Winamp kontrollieren. Als Spielekonsole taugt das Handheld ebenfalls. Mit ZombieGotcha und IM-me Dungeon gibt es zwei Games, die für das schmale Display angepasst sind.

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